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Ohlstadt-Trainer Anton Geiger hadert mit dem 1:1 im Derby gegen Habach
Habach – Ein bisschen was hatte es schon von Weihnachtsmarkt, was sich in Habach abspielte. Der Duft von Pommes und Grill umhüllte die Dämmerung. Menschen in dicken Jacken und Mützen huschten ziemlich flott in die Wärme, als das Fußballspiel vorüber war. Zurück blieb ein Rasen, der sich mehr als alle anderen über die anstehende Pause freut. Der Platz des ASV Habach sah nach dem finalen Heimspiel des Jahres gegen den SV Ohlstadt wie ein Truppenübungsplatz nach intensiver Einheit aus. Daran war am besten abzulesen, wie das eben aussah, wenn zwei der besten Arbeiter- und Abwehr-Teams der Kreisliga aufeinandertrafen. In der Schlussphase flogen die Fetzen. Also im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Bei den Grätschen wirbelten die Rasenstücke durch die Luft – und an der Seitenlinie gingen die Zuschauer durch, wenn es mal wieder um einen strittigen Ball im Aus ging. Am Ende gab’s das einzig gerechte Ergebnis für dieses wunderbar rassige Derby: ein 1:1.
SVO-Coach Anton Geiger sah das zwar im Eifer der Schlussphase nicht ganz so, sprach von „zwei verlorenen Punkten“. Weil sich natürlich die finalen Minuten eingebrannt hatten. Den Großteil der zweiten Hälfte hatte sein Team gestaltet und gedrängt, ohne die ganz großen Torszenen zu erschaffen. Kollege Michael Schmid erinnerte ihn an die anfänglichen Eindrücke. Etwa an die zwei Abseitssituationen, die dermaßen schwer zu beurteilen waren, dass selbst Schiedsrichter Adrian Buday im Gespräch mit Schmid einräumte: Ja, womöglich lag er daneben. Auch die Ohlstädter führten so eine zurückgepfiffene Schlüsselsequenz an, bei der ihrerseits Maximilian Schwinghammer alleine gen Tor zusteuerte, zuvor im Luftkampf jedoch zwei Hände verwendet hatte. Gewiss sachte, aber mit großem Effekt. „Ist bitter“, notierte Geiger.
Nein, es war kein Spiel, um sich über den Referee auszulassen. Vielmehr zeigte sich, was man einem einzelnen Schiedsrichter bei diesem Tempo, diesem Niveau und all dem Theater von draußen eigentlich zumutet. Umso wohltuender die Schlussworte von Stadionsprecher Tobias Wagner, der sich in schönen Sätzen für den Einsatz aller Referees bedankte.
Was den Fußball betraf: Da standen sich zwei Mannschaften mit Plan und Ambitionen gegenüber, die bewiesen, welch ansehnlichen Fußball die obere Hälfte der Kreisliga mittlerweile zeigt. Geiger hält fest: „Als gutes Kreisliga-Team musst du variabel sein.“ Heißt, sowohl das feine Gedeck der kurzen Bälle als auch das grobe Besteck der weiten Schläge beherrschen. Ohlstadt und Habach sind in ihrem Stil Brüder im Geiste. Sie laufen munter an, priorisieren die Arbeit gegen den Ball und haben eine ähnliche Superwaffe: Standards. Beim ASV sind’s vor allem Ecken aus dem Zauberfuß von Maximilian Feigl, von denen eine gleich nach der Pause (47.) zum 1:0 von Philipp Puchner per Kopfball führte. Ohlstadt bringt die langen Einwurfflanken von Michael Guglhör ein, dazu noch die weiten Bälle auf Sturmtank Schwinghammer, der auf diese Weise eine ansonsten sehr aufmerksame Habacher Abwehr nach 70 Minuten zum 1:1 überlistete. „So einen haben wir nicht“, hielt Schmid fest. Hinten raus, bemerkte auch Geiger, gingen den Habachern die Kräfte aus, während Ohlstadt noch anschob. Doch jubeln sollte der Tabellenzweite in der Dämmerung nicht mehr.