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Am Ende hat es nicht ganz gereicht, aber Niclas Füllkrug gehörten wieder einmal die Schlagzeilen nach seiner Joker-Gala im DFB-Pokal gegen den BVB.
Füllkrug, der bereits nach seinem Elfmeter-Doppelpack gegen Mainz 05 am vergangenen Wochen über eine zu späte Auswechslung klagte, wurde von Werder-Trainer Daniel Thioune in Dortmund zunächst geschont. Stattdessen durfte Cedric Itten, vergangene Saison noch einziger echter Lichtblick beim desaströsen Zweitliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf, erstmals von Beginn an ran.
Die Chance nutzte der Schweizer Nationalspieler allerdings nicht. Ohne Füllkrug wirkte das Spieler der Werderaner harmlos, während der BVB früh in Person von Serhou Guirassy (6.) und Carney Chukwuemeka (17.) auf 2:0 stellte und verdient mit einer komfortablen Führung in die Pause ging.
Nach einer knappen Stunde schlug dann endlich die Stunde von Füllkrug - und mit ihm kamen auch die eigentlich etablierten Mitchell Weiser, Ludovit Reis und Senne Lynen ins Spiel. Eine tollpatschige Aktion von Julian Ryerson, der Mick Schmetgens im Sechzehner zu Boden zog, öffnete plötzlich Werder und Füllkrug die Tür zu diesem Pokalspiel.
Der 33-Jährige ließ sich nicht zweimal bitten und verwandelte eiskalt zum Anschlusstreffer (65.). Es war sein zehnter Treffer im neunten Pflichtspiel. Seit dem Saisonauftakt in Freiburg (1:4) traf er in jedem Spiel. Am kommenden Bundesligaspieltag kann er mit einem weiteren Treffer gegen die TSG Hoffenheim einen 44 Jahre alten Vereinsrekord von Rudi Völler einstellen. Der hatte in der Saison 1982/83 in sieben Bundesligaspielen hintereinander für Werder getroffen.
Füllkrug steht aktuell bei sechs in Folge - und mittlerweile bei elf Toren in neun Pflichtspielen. Denn der Edeljoker schockte den BVB wie schon vor zweieinhalb Wochen beim 2:2 in der Liga abermals. Und das auf ganz besondere Art und Weise.
Füllkrug ließ Waldemar Anton am Mittelkreis per Tunnel aussteigen, setzte zu einem Solo an und traf aus 18 Metern knallhart in die Maschen. Ein absolutes Traumtor, das selbst Sky-Experte Fabian Kloß fassungslos zurückließ.
Von Sebastian Hellmann auf die Aktion vor dem 2:2 angesprochen, sagte Kloß: "Unglaublich. So ein Tor habe ich noch nie von ihm gesehen. Wenn du jetzt an ihm riechst, riechst du nur Schweiß und pures Selbstvertrauen. Und Freude, für Werder Bremen zu spielen."
Seit seiner Rückkehr an die Weser im Sommer nach überaus unglücklichen Stationen bei West Ham United und der AC Milan läuft Füllkrug wieder zu Höchstform auf und ist körperlich gesund. Wie er es immer wieder schaffe, zu treffen, gab er sich selbst bei Sky nach dem Spiel ratlos: "Ich weiß es auch nicht. Aber darum geht es auch nicht. Und das ist der Schlüssel: dass es darum nicht geht."
Die Last-Second-Pleite durch einen traumhaften Freistoß von Marcel Sabitzer in der Nachspielzeit bezeichnete er zwar als "sehr bitter", gab aber auch zu bedenken, dass "für uns jetzt auch die Welt nicht untergeht, das muss man auch ganz ehrlich sagen" und verwies auf die Spieler, die gegen die Dortmunder ihre Bewährungschance erhielten und sonst eher in der Rolle sind, die Füllkrug an diesem Abend bekleidete. "Wir haben 26 Mann im Kader und wir haben schon im Sommer gesagt, dass wir jeden einzelnen brauchen. Und die Spieler haben sich diese Chance verdient."
Eines blieb ihm an diesem bittersüßen Abend im Dortmunder Westfalenstadion aber dann doch noch erspart. Die weiter schwelende Frage nach einem Comeback in der deutschen Nationalmannschaft im November verkniffen sich sämtliche Medienvertreter abermals, nachdem Füllkrug zuletzt in aller Deutlichkeit klargestellt hatte, darüber nicht mehr reden zu wollen.
"Wenn ich jetzt 44-mal gesagt habe, dass ich da nicht drüber reden will, wäre es cool, wenn wir nicht mehr darüber reden", hatte er nach dem 2:2 gegen Aufsteiger Paderborn Mitte Oktober gesagt. Am vergangenen Samstag, als er zu Gast im aktuellen Sportstudio des ZDF war, betonte er nochmals: "Ich spiele nicht für eine Nominierung. Ich spiele für Werder" Zu seinen Chancen unter Bundestrainer Jürgen Klopp sagte er kurz und knapp: "Es interessiert mich einfach nicht."