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Tom Bischof wird beim FC Bayern immer wichtiger. Schlägt nun endgültig die große Stunde des Mittelfeldspielers?
Um kurz nach 23 Uhr klatschte Tom Bischof im Estadio Metropolitano von Madrid beherzt in die Hände, nickte Manuel Neuer anerkennend zu und nahm den Keeper in den Arm. Wenige Sekunden vorher hatte der FC Bayern einen wichtigen 2:0-Erfolg bei Atlético erspielt. Bischof meisterte an diesem Abend einmal mehr eine Feuertaufe und unterstrich seinen großen Wert bei den Münchnern.
Für seinen beherzten Auftritt gegen den gefürchteten Gegner bekam Bischof die SPORT1-Note 2. Dem Linksfuß gelangen laut Statistik-Datenbank von WhoScored sechs erfolgreiche Tacklings. Das ist die Bestmarke in der laufenden Königsklassen-Saison. Zudem wurde eine Zweikampfquote von 78 Prozent gemessen – neben 94 Ballkontakten und einer Passquote von 88 Prozent gegen einen der unbeliebtesten Gegner in ganz Europa.
Bischofs starke Auftritte sind schon längst an höchster Stelle des deutschen Fußballs registriert worden. Folgerichtig berief Bundestrainer Jürgen Klopp den Münchner in den nächsten DFB-Kader. Das vierte Länderspiel dürfte anstehen.
Klopp betonte zudem die wichtige Rolle des 21-Jährigen in der Nationalmannschaft: „Wir haben mit Kimmich, Pavlovic und Bischof den kleinen Bayern-Block, die es alle in einer sehr schweren Situation bei Bayern sehr gut machen. Für uns sind sie extrem wichtig.“
Im Oktober hatte Bischof in zwei DFB-Spielen in der Startelf gestanden und viele Pluspunkte gesammelt. Der Bayern-Profi gehörte beim 2:0 gegen Serbien gemeinsam mit Florian Wirtz zu den besten Spielern auf dem Platz, erzielte nach dessen Pfostenschuss das 1:0 und verdiente sich die SPORT1-Note 1,5. Nun könnte er sowohl im Verein als auch beim DFB Kimmich und vor allem Pavlovic – der gegen Atlético mit der Bank vorliebnehmen musste – gefährlich werden.
Bischof hatte im Sommer den richtigen Riecher. Im Juli kündigte der gebürtige Amorbacher auf der Vereinsseite des FC Bayern an: „Ich will jetzt den nächsten Schritt machen.“ Nach dem Abgang von Leon Goretzka, dessen Trikotnummer 8 Bischof auch übernahm, ist der 21-Jährige in der Mittelfeld-Hierarchie nach oben geklettert. Zumal auch Joao Palhinha abgegeben wurde. Einen direkten Ersatz für die beiden Abgänge hat der FC Bayern nicht verpflichtet.
Bischof kann mit seiner Schusstechnik und seinem Charakter auch intern punkten und hat mit Kimmich einen wichtigen Fürsprecher. Zudem kommt dem Talent zugute, dass der FC Bayern auch in Zukunft DFB-Stars in seinen Reihen haben will. Bei der WM war Bischof bereits ein Kandidat, wurde aber noch nicht nominiert. Nagelsmann-Nachfolger Klopp ist vollends von ihm überzeugt.
Der Jungstar war im Sommer 2025 von der TSG Hoffenheim nach München gewechselt und absolvierte in seiner Premierensaison 39 Pflichtspiele – 21 davon allerdings als Joker. Drei Tore und drei Vorlagen waren ihm dabei gelungen.
Bischof erwies sich als Allzweckwaffe und spielte überwiegend als linker Verteidiger sowie im zentralen Mittelfeld. Sogar als Rechtsverteidiger und Spielmacher half er aus. Durch die Verpflichtung von Nathaniel Brown, der für rund 50 Millionen Euro Ablöse aus Frankfurt nach München gewechselt ist, kann sich Bischof jedoch wieder voll auf seine Aufgaben im zentralen Mittelfeld konzentrieren und dort seine ungewöhnlich große Erfahrung für sein Alter ausspielen.
Schon seit mehreren Jahren ist der 21-Jährige im Geschäft und hat mehr als 120 Profispiele absolviert. 2024 bekam er die Fritz-Walter-Medaille in Gold als bester Spieler seines Jahrgangs 2005 in Deutschland. Am 19. März 2022 debütierte er für Hoffenheim in der Bundesliga unter Coach Sebastian Hoeneß, als die Kraichgauer 0:3 bei Hertha BSC verloren – im Alter von gerade einmal 16 Jahren.
Auch den großen Schritt zum FC Bayern hat Bischof ohne Nebengeräusche gemeistert. Der 21-Jährige ist begeisterter Uno-Spieler und zockt gerne mal mit seinen Kumpels Lennart Karl und Pavlovic. Bischof hat mit dem Kartenspiel Uno sogar einen neuen Werbepartner gewonnen.
Der große Vorteil des jungen Stars: Während sein Kumpel Lennart Karl immer wieder abseits des Rasens und zuletzt auch auf dem Feld mit seiner Jubel-Geste für Aufsehen sorgte, eilt Bischof der Ruf eines Musterprofis voraus. Das dürfte vor allem Klub-Patron Uli Hoeneß erfreuen. So dürften schnell weitere große Momente wie im Metropolitano folgen.