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Die Tölzer Löwen besiegen den Höchstadter EC knapp mit 2:1. Simon Mannharts erstes Saisontor entscheidet die Partie – doch wie es fiel, überrascht.
Bad Tölz – 25 Torschüsse, 33 Minuten und das erste Powerplay benötigten die Tölzer Löwen, um den Sieg gegen den Höchstadter EC einzuleiten. Sie bewiesen Geduld, vergaben etliche Torchancen, aber dann war Blauhelm Toms Prokopovics mit dem 1:0 zur Stelle. Doch wie es im Sport so ist, rächt es sich gerne, wenn man seine Chancen nicht nutzt: Höchstadt stellte auf 1:1 und gab im Schlussdrittel alles für den erneuten Ausgleich, nachdem Simon Manhart mit seinem ersten Treffer für die Löwen auf 2:1 vorgelegt hatte. Tölz verteidigte mit allem, warf sich in jeden Schuss und rettete in Kooperation mit Torwart Enrico Salvarani den knappen Vorsprung über die Zeit. „Es war ein Spiel auf Messers Schneide“, sagt Löwen-Trainer Axel Kammerer. „Höchstadt hat sehr gut verteidigt.“
Der Sieg zwar wacklig, aber durchaus verdient. Die Löwen spielten richtig gut nach vorn, holten sich mit vielen Schüssen etliche Chancen heraus, hielten die Gäste weitgehend vom eigenen Kasten fern, weil sie Höchstadt kaum ins Spiel kommen ließen. Doch die Führung war lange Zeit verbaut. Weil Nico Zimmermann im HEC-Kasten meist zur Stelle war, die Löwen nicht immer die präzisesten Schüsse auspackten oder die Scheibe verloren, bevor es gefährlich werden konnte. Und es blieb lange spannend, weil sich Tölz nicht absetzte. „Es war ein gefährliches Spiel, weil Höchstadt jederzeit zurückkommen hätte können.“
Das Spiel begann verzögert wegen eines Feueralarms im Stadion – und hektisch. Die Löwen übernahmen die Partie mehr und mehr, brachten die Scheibe aber trotz etlicher vielversprechender Chancen nicht im Tor der Mittelfranken unter. Nach vorn lief es richtig gut. Aber weder Michael Keränen frei vor dem Tor nach Justin Brauns Zuckerpass noch Topi Piipponen nutzten ihre Chancen. Es fehlte die Konsequenz im Abschluss.
Höchstadt vor allem bei Kontern gefährlich. Dann aber richtig. Bei Jakob Fardoes Schuss war noch ein Schläger dazwischen, Enrico Salvarani im Tölzer Kasten stoppte zwei, drei Gegenstöße. Auch im Powerplay – die erste Strafe nach 33 Minuten – machten sie mächtig Druck. Und schließlich war Prokopovics auf halbrechts freigespielt, drosch die Scheibe ansatzlos zum 1:0 in die Maschen. Aber entschieden war noch nichts. Zwar blieben die Tölzer das bestimmende Team. Doch selbst in Unterzahl konnten die Alligators mal entwischen, und plötzlich drohte der Ausgleich: Dennis Miller war rechts durchgebrochen, verlor die Scheibe aber nach dem Pass auf den langen Pfosten.
Im Schlussdrittel musste der Oberliga-Vorletzte riskieren, wollte er den dritten Sieg der Saison noch möglich machen. Und kam tatsächlich zum Ausgleich, als die Löwen-Defensive die Scheibe nicht konsequent klärte. Samuel Eriksson war zur Stelle und schaffte es als einziger Mittelfranke an diesem Abend, Salvarani zu überwinden, 1:1. Mit Wut im Bauch drängten die Tölzer jetzt auf das vielleicht entscheidende Tor. Ein sehr dominantes Powerplay ließen sie zwar noch ungenutzt, doch Simon Mannhart wollte es wissen, scheiterte bei seinem ersten Schuss noch an Zimmermann. Doch die Scheibe kam zu ihm zurück, und diesmal brachte er sie unter. „Ein Traumtor, sein erstes und gleich das Siegtor“, freut sich Kammerer.
Eine spannende Schlussphase folgte. Die Alligators warfen alles nach vorn, setzten sich phasenweise vor Salvarani fest. Aber auch die Löwen hätten die Entscheidung klar machen können. Michael Keränens cleverer Schuss aus der Drehung ging knapp vorbei, bei Aktivposten Julian Lauteschlager fehlte mehrfach nicht viel. Bis zum Schluss entfernte Tölz alle Scheiben erfolgreich aus der Gefahrenzone.