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Der MotoGP-Abschied von Phillip Island endete ohne das erhoffte letzte Rennen. Schlechte Sicht beeinträchtigte den Einsatz des Rettungshubschraubers und zwang die Verantwortlichen zur Absage . In einer persönlichen Botschaft würdigte MotoGP-CEO Carmelo Ezpeleta anschließend die Bedeutung der Strecke – und verband seinen Dank mit einem Ausblick auf den neuen Austragungsort Adelaide.
«Es gibt nur sehr wenige Sportstätten auf der Welt, die Teil der Identität einer Meisterschaft werden. Phillip Island gehört dazu», erklärte Ezpeleta. Die Kombination aus dem schnellen, flüssigen Kurs, leidenschaftlichen Fans und der Kulisse an der Bass Strait habe Momente geschaffen, die dauerhaft zur Geschichte des Sports gehören.
Seit dem ersten Motorrad-WM-Gastspiel 1989 hat Phillip Island Generationen von Fahrern herausgefordert. Der letzte Grand Prix sollte dieser Geschichte einen weiteren besonderen Moment hinzufügen. Stattdessen blieb den Piloten am Sonntag nur eine gemeinsame Abschiedsrunde hinter dem Safety-Car.
«Die Sicherheit muss immer an erster Stelle stehen. Aber das macht dieses Ergebnis nicht weniger enttäuschend. Für die Zuschauer – wir hatten mit einer Rekordkulisse gerechnet – und die Fans, die für diesen Abschied angereist sind, ist das nicht das Ende, das sich irgendjemand von uns gewünscht hat», betonte der MotoGP-Chef. «Vielleicht zeigt gerade diese Enttäuschung auch, wie viel Phillip Island der MotoGP bedeutet hat.»
Der 20-jährige Italiener Kimi Antonelli hatte beim USA-GP die Chance, den WM-Titel 2026 sicherzustellen. Er machte alles richtig: Sieg in Texas. Die Titelfeier ist trotzdem verschoben. Bis Mexiko.
Ezpeleta erinnerte an die unverwechselbaren Bilder von Zweikämpfen vor dem Meer. «Phillip Island hat die größten Fahrer der Welt herausgefordert und Mut, Können und Entschlossenheit belohnt wie nur wenige andere Strecken», hielt er fest.
Sein Dank galt auch der Australian Grand Prix Corporation und allen Beteiligten, die das Wochenende über Jahrzehnte aufgebaut und organisiert haben. Deren Engagement, Professionalität und Leidenschaft hätten eine Veranstaltung geschaffen, die Fahrer, Teams und Fans gleichermaßen schätzten.
Besonders hob Ezpeleta jedoch das Publikum hervor. «Über alle Epochen hinweg haben die australischen Fans eine einzigartige Leidenschaft und Energie in die MotoGP eingebracht. Ob sie aus Victoria, anderen Bundesstaaten oder aus dem Ausland angereist sind: Sie haben eine Atmosphäre geschaffen, die im Motorradsport ihresgleichen sucht», erklärte er.
Auch den Beitrag der australischen Fahrer zur Meisterschaft würdigte der Spanier. Von Wayne Gardner und Mick Doohan über Casey Stoner bis Jack Miller hätten sie den Sport geprägt und weltweit Fans begeistert. Mit Senna Agius, der 2027 in die MotoGP aufsteigt, soll diese Tradition eine Fortsetzung finden.
Trotz der emotionalen Abschiedsworte richtete Ezpeleta den Blick ausdrücklich nach vorne. Der Wechsel nach Adelaide soll die MotoGP einem größeren Publikum zugänglich machen. Das Wochenende habe sowohl die Begeisterung für den Sport in Australien als auch die Herausforderungen einer Großveranstaltung an einem besonderen Standort verdeutlicht.
«Eine Veranstaltung im Stadtzentrum, in unmittelbarer Nähe zu Unterkünften, Restaurants, Unterhaltung und wichtigen Verkehrsanbindungen, gibt uns die Möglichkeit, die MotoGP näher an mehr Menschen als je zuvor zu bringen», argumentierte Ezpeleta.
Das Erlebnis soll sich künftig über die Rennstrecke hinaus in die Stadt erstrecken. Davon sollen nach seiner Vorstellung sowohl langjährige Anhänger als auch neue Zuschauer profitieren. «Unser Anspruch ist nicht einfach, die MotoGP an einen anderen Ort zu verlegen. Wir wollen auf allem aufbauen, was den Motorradrennsport in Australien so erfolgreich gemacht hat, und ihn auf die nächste Stufe bringen», erklärte der CEO.
Adelaide soll damit zu einem Reiseziel werden, das internationale Aufmerksamkeit erzeugt und die Zukunft der MotoGP in Australien langfristig absichert. Die Grundlage dafür sieht Ezpeleta allerdings in der Geschichte des bisherigen Austragungsorts.
«Nichts davon wäre ohne das Fundament möglich, das auf Phillip Island geschaffen wurde», betonte er. «Auch wenn es heute nicht das Ende ist, das wir uns erhofft hatten, sagen wir einfach Danke: an Phillip Island, an die Australian Grand Prix Corporation, an die Generationen australischer Fahrer und an jeden Fan, der diese Veranstaltung so besonders gemacht hat.»
Seine Botschaft schloss Ezpeleta mit einer Einladung zum nächsten Kapitel: «Wir freuen uns darauf, euch 2027 in Adelaide zu sehen.»