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Schweizer Cup
Der FC Basel gewinnt gegen das Schlusslicht der Challenge League mit 3:0 und holt den ersten Sieg unter Slavisa Jokanovic. Über weite Strecken im Zweitrundenspiel des Schweizer Cups hat der FCB alles im Griff. Er offenbart aber auch, wo seine Probleme liegen.
Es ist am Ende ein deutliches Resultat. Eines, das auch in dieser Höhe durchaus verdient ist. Man könnte fast schon sagen: standesgemäss, wenn der FC Basel auf das Tabellenschlusslicht der Challenge League trifft. Mit 3:0 gewinnt der FCB in der 2. Cuprunde gegen Stade Nyonnais. Doch vor diesem Spiel lief vieles nicht so, wie es normalerweise ist oder sein sollte im und um den FC Basel.
Erst blamierten sich die Basler im Testspiel gegen Winterthur und bei der gleichzeitigen Premiere des neuen Trainers Slavisa Jokanovic. Ein 3:7 setzte es dort ab, beim Pflichtspieldebüt Jokanovics an der Seitenlinie eine Woche später in Vaduz ein peinliches 0:3. Der Trainer sprach in der Folge von «Konfusion», die er auf dem Feld festgestellt hatte.
Auch vor diesem Duell am Freitagabend in Nyon hielt Jokanovic nicht mit Kritik zurück. «Leader? Wir müssen sie erst noch finden», sagte er beispielsweise am Tag vor der Partie. Er stellte klar: Ein Selbstläufer wird das nicht werden in seinem zweiten Pflichtspiel.
Umso überraschender war dann, wie stringent der FCB, dem in den vergangenen Tagen oft attestiert wurde, sich selbst noch zu suchen, in die Partie startete. Nur sechs Minuten dauerte es, bis die Basler in Führung gehen konnten. Clément Michelin fand mit einer passgenauen Flanke Akpe Victory, der sich dank seiner 1,95 Meter Körpergrösse im Luftduell durchsetzen und per Kopf das 1:0 erzielen konnte. Der Nigerianer war einer von zwei Rückkehrern in der Startelf, nachdem er in Vaduz erst in der Schlussphase eingewechselt worden war.
Neben dem neuen Basler Abwehrchef rückte auch Giacomo Koloto in die Startelf – für Xherdan Shaqiri. Der Captain musste überraschend auf der Bank Platz nehmen. Wie der Klub ausrichten liess, sei es eine Vorsichtsmassnahme gewesen, weil der jüngst 35 Jahre alt gewordene Shaqiri unter der Woche über Probleme im Oberschenkel geklagt hatte.
Noch vor zwei Jahren, als die Basler das letzte Mal in Nyon im Cup antreten mussten, war es Shaqiri gewesen, der mit seinem ersten Treffer nach der umjubelten Rückkehr dafür sorgte, dass sich der FCB gerade noch so in die nächste Runde retten konnte.
Ohne den nominellen Captain stellte Jokanovic auf ein 4-4-2-System um. Vielleicht auch mit der Botschaft: Wir versuchen es mit der einfachstmöglichen Spielidee. Das funktionierte denn auch. Bereits in der 17. Minute konnte Zan Celar auf 2:0 erhöhen. Mit dem Aussenrist netzte der Basler Stürmer ein – nachdem die Basler zuvor mit der Defensive Nyons Katz und Maus gespielt hatten. Die Leichtigkeit im Basler Spiel war jedoch nicht daran festzumachen, dass der FCB plötzlich wieder so überragend dominanten Fussball spielen konnte. Sondern schlicht, weil die Qualitäten des Gegners mehr als überschaubar waren.
Offensiv brachte das Heimteam kaum etwas zustande. FCB-Keeper Jonas Omlin, der in seinem erst vierten Einsatz nach seiner Rückkehr die Captainbinde trug, war weitestgehend beschäftigungslos.
Bis zur Pause.
Denn nach dieser war der FCB plötzlich passiver, wirrer, anfälliger. In der 54. Minute verzeichnete Nyon folgerichtig die bis dato grösste Chance. Mardochee Miguel vernaschte Michelin so, als wäre er der Akteur, der in der höheren Liga spielt. Diese Szene schien die Basler für kurze Zeit komplett zu verunsichern. Es folgten Nyon-Abschlüsse im gefühlten Sekundentakt. In Minute 59 musste Omlin eine starke Parade auspacken, um den Anschluss zu verhindern.
Und so ging es weiter. In Durchgang zwei waren es über weite Strecken die Gastgeber, die das Spiel machten. Und begann Basel, mehr und mehr zu wanken. Plötzlich war erkennbar, wie fragil dieses ganze Gebilde eben immer noch ist. Doch trotz dieses Leistungsabfalls der kompletten Basler Mannschaft reichte es am Ende dafür, den Sieg über die Zeit zu bringen. Aaron Malouda konnte in der 87. Minute gar noch auf 3:0 erhöhen.
So steht der FCB trotz bangen Minuten in der zweiten Halbzeit in der nächsten Cuprunde. Über weite Strecken war das entspannter, als vielleicht erwartet. Aber diese 90 Minuten offenbarten auch, wie viel Arbeit Jokanovic und sein Team in den nächsten Wochen und Monaten noch vor sich haben.