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Bei schwülen 29 Grad und geöffnetem Hallendach in der Qizhong Forest Sports City Arena schien für den Favoriten zunächst alles nach Plan zu laufen. Im ersten Satz verbuchte Zverev nach einem holprigen Start im entscheidenden Moment das Break zum 6:5, im Anschluss sicherte er sich souverän bei eigenem Aufschlag den ersten Durchgang.
Doch Davidovich Fokina schlug zurück und erhöhte im zweiten Satz mit variantenreichem Spiel den Druck, während sein deutscher Kontrahent mehrfach nicht konsequent genug punktete. Dem Spanier gelang das entscheidende Break zum 6:4.
Der Weltranglisten-26. machte nun einen deutlich frischeren Eindruck als der ausgelaugt wirkende Deutsche und spielte sich phasenweise in einen Rausch. Schnell führte der Mann aus Malaga 3:0 und 4:1, Zverevs Widerstand schien nur noch halbherzig. Zwei Matchbälle wehrte der Hamburger noch ab, den dritten dann nicht mehr.
Für Zverev wäre es der erst zweite Endspiel-Einzug in Shanghai gewesen. 2019 war er beim 4:6, 1:6 gegen Daniil Medwedew chancenlos. Der unbequeme Russe könnte nun der Final-Gegner von Davidovich Fokina werden. Medwedew spielt im zweiten Halbfinale gegen Spaniens Jungstar Rafael Jodar.
Durch die Halbfinal-Niederlage steht nun fest, dass Zverev noch nicht beim kommenden Turnier in Wien den Sprung an die Spitze der Weltrangliste schaffen kann. Bei einem Final-Einzug hätte er mit einem Turniersieg in Österreich am 2. November erstmals Weltranglistenerster sein können. Dass er die Nummer eins in diesem Jahr werden wird, steht fest.
Trotz der Niederlage überspringt der Hamburger am Montag im ATP-Ranking aber erstmals die 10.000-Punkte-Marke - als erst siebter Profi der Geschichte. Seit der Punkteverteilungsreform der ATP von 2009 haben es bislang lediglich sieben Spieler in diese Sphären geschafft: Novak Djokovic, Rafael Nadal, Jannik Sinner, Carlos Alcaraz, Andy Murray, Roger Federer und Medwedew.