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Marc Marquez stichelt: "Wer schnell genug ist, braucht keine Teamorder"
Marc Marquez stichelt: "Wer schnell genug ist, braucht keine Teamorder"

Der Titelkampf in der MotoGP spitzt sich vor dem Grand Prix von Australien langsam, aber sich weiter zu. Marc Marquez, Jorge Martin und Marco Bezzecchi stehen vor einem Wochenende, an dem auf Phillip Island sowohl die Streckencharakteristik als auch das Wetter eine wichtige Rolle spielen dürften.

Zwischen Ducati und Aprilia richtet sich der Blick dabei zunehmend auch auf die Frage, ob interne Absprachen zum Tragen kommen. Marquez hat dazu eine klare Haltung.

"Wenn du schnell genug bist, brauchst du keine Teamorder. Wenn du nicht schnell genug bist, dann brauchst du sie", erklärt der Ducati-Pilot vor dem Rennwochenende im Interview mit MotoGP.com. Für den Weltmeister stehe allerdings zunächst die eigene Leistung im Vordergrund. Er konzentriere sich darauf, sein Maximum abzurufen und gemeinsam mit Ducati gegen die starke Aprilia-Armada zu bestehen.

Marquez erwartet starke Aprilias auf Phillip Island

Die Strecke auf Phillip Island kommt Marquez grundsätzlich entgegen. Der Spanier zählt Kurse mit vielen Linkskurven zu seinen Stärken und sieht durchaus Chancen, der Konkurrenz Paroli zu bieten. Gleichzeitig weiß er um die Qualitäten von Aprilia.

"Es ist eine Strecke, die ich mag, eine Strecke mit Linkskurven, auf denen ich normalerweise gut funktioniere", sagt Marquez. Allerdings sei Phillip Island sehr schnell, was Aprilia entgegenkomme. "Sie waren hier schon im vergangenen Jahr sehr stark. Deshalb erwarte ich, dass sie auch in diesem Jahr sehr schnell sein werden."

Der Ducati-Fahrer rechnet zudem mit schwierigen äußeren Bedingungen. Die Wettervorhersage sieht insbesondere für Samstag und Sonntag nicht gut aus. Regen könnte die Kräfteverhältnisse verschieben und die Abstimmung der Motorräder ebenso auf die Probe stellen wie die taktischen Entscheidungen der Fahrer.

Im Titelkampf will Marquez sich nicht ausschließlich auf seinen direkten Rivalen und WM-Leader Martin konzentrieren. Auch Bezzecchi müsse man im Auge behalten.

Mit Blick auf die verbleibenden fünf Rennen sei sein Ziel, bei jeder Gelegenheit mehr Punkte zu sammeln. "Das ist die Absicht, die wir seit Donnerstag verfolgen. Es geht nicht nur darum, an Jorge zu denken. Ich zähle auch Bezzecchi zum Titelkampf. Wir müssen an jedem Wochenende das Maximum herausholen."

Phillip Island ordnet Marquez dabei als eine Strecke ein, auf der er sich bessere Chancen ausrechnet als zuletzt in Mandalika. Zugleich warnt er davor, vermeintliche Kräfteverhältnisse zu früh als gegeben anzusehen. In Indonesien hätten die Aprilias ebenfalls als besonders aussichtsreich gegolten, am Ende fiel das Ergebnis gemischt aus. Auf einer Strecke wie Phillip Island könne deshalb viel passieren.

Martin glaubt: "Wir können einige Kämpfe erwarten"

Auch Martin erwartet ein enges Wochenende. Der Aprilia-Pilot kennt die Stärken seiner Maschine auf schnellen Strecken und rechnet damit, dass die Leistungsunterschiede zwischen den Spitzenfahrern in Australien geringer ausfallen könnten. Das könnte sich in größeren Fahrergruppen und intensiven Zweikämpfen niederschlagen.

"Vielleicht können wir einige Kämpfe erwarten. Es ist allerdings immer unmöglich vorherzusagen, was passieren wird", sagte Martin im Gespräch mit MotoGP.com. Auf Phillip Island seien viele Fahrer schnell, die Abstände entsprechend gering.

"Ich hoffe, dass es schöne Duelle gibt. Ich würde mich freuen, solche Kämpfe zu erleben. Gleichzeitig werde ich natürlich versuchen, schneller als die anderen zu sein."

Mit Blick auf den Titelkampf, in dem er aktuell nur zwei Punkte Vorsprung auf seinen ersten Verfolger Marquez hat, will der Spanier den Druck nicht allein an der Platzierung im Klassement festmachen. Entscheidend sei für ihn, das eigene Potenzial auszuschöpfen und ein gutes Gefühl für das Motorrad zu entwickeln.

"Ich wäre zufrieden, wenn ich mein Maximum erreiche, schnell bin und eine starke Leistung zeige", erklärt Martin. Auch er rechnet mit Regen und will deshalb vor allem beide Rennen in Australien möglichst erfolgreich beenden. Wenn sich dabei Punkte auf Marquez gutmachen ließen, sei das selbstverständlich willkommen. Sein primäres Ziel bleibe jedoch, gut zu fahren und kluge Entscheidungen zu treffen.

Aprilia weist Spekulationen über Teamorder zurück

Während Marquez die Diskussion um mögliche Stallregie mit einem Seitenhieb quittiert, bemüht sich Aprilia um eine nüchterne Darstellung der internen Zusammenarbeit.

Vor dem Australien-Wochenende soll es ein weiteres Treffen zwischen den vier Aprilia-Fahrern, also auch jenen von Trackhouse, und der Teamführung gegeben haben. Angesichts der Titelchancen und der engen Konstellation an der Spitze lag die Frage nahe, ob dabei auch mögliche Teamorder besprochen wurden.

Bezzecchi weist diese Interpretation zurück. Es habe sich um ein gewöhnliches Treffen gehandelt, bei dem die Zusammenarbeit zwischen dem Werksteam und Trackhouse im Mittelpunkt gestanden habe. "Aprilia arbeitet ständig mit ihnen zusammen, und ihre Arbeit war für uns schon immer super wichtig. Es ist also ganz normal, dass man sich trifft, ein bisschen plaudert und verschiedene Situationen bespricht."

Raul Fernandez kommentiert die Angelegenheit mit einem Augenzwinkern. "Das war kein Meeting, das war ein Kaffee", sagt der Trackhouse-Pilot. Und Bezzecchi ergänzt: "Ja, zwei oder drei Kaffees." Nach ihrer Kollision im Sprint von Indonesien scheinen die Markenkollegen jedenfalls wieder zu Scherzen aufgelegt.

Die lockere Reaktion dürfte die Spekulationen jedoch kaum vollständig beenden. Schließlich verfügt Aprilia mit Martin und Bezzecchi über zwei Fahrer, die im Kampf um den Weltmeistertitel direkt eine Rolle spielen. Gleichzeitig könnten Fernandez und Trackhouse-Kollege Ai Ogura im Ernstfall wichtige Hilfestellung leisten.

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