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Formel 1 Austin: Wahnsinnig schwieriger McLaren treibt Norris und Piastri zur Verzweiflung
Lando Norris mit einem Verbremser in Austin, Foto: IMAGO / Sports Press Photo

"Das Auto hatte heute eine sehr starke Pace", ist eine eher ungewöhnliche Feststellung eines Formel-1-Topfahrers, der sich gerade nur auf dem achten Platz qualifiziert hat – noch dazu für einen Weltmeister. Aber genau mit diesem Satz eröffnete Lando Norris am Samstag in Austin seine Medienrunde, nachdem er zuvor im Qualifying sportlich eine ordentliche Abreibung kassiert hatte.

Genauso übrigens wie Oscar Piastri, der nach Platz 7 neben seinem Teamkollegen aus Reihe 4 starten muss. Die starke Pace des McLarens hat nämlich einen Haken, sie ist nur in einem sehr schmalen Fenster abrufbar. "[Das Auto ist] wahnsinnig schwer zu fahren", so Norris, der davon überzeugt ist, dass im MCL40 sogar das Potenzial für die erste Startreihe geschlummert hätte. "Ich sollte auf P2 sein", ist der amtierende Weltmeister überzeugt.

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Lando Norris selbstkritisch: "Einen schlechten Job erledigt"

Schon im Training zeigte sich, wie schwer der MCL40 zu steuern ist. Norris kam alleine am Freitag 18-mal von der Strecke ab – nur Alex Albon im ebenfalls schwer zu fahrenden Williams verzeichnete mehr Track-Limit-Vergehen. Dazu kamen Verbremser von beiden McLaren-Fahrern in den Kurven 15 und 20.

Jene Kurve 15 war es auch, in der sich Norris seinen ersten Q3-Run mit einem Verbremser ruinierte. Im zweiten Versuch war er anschließend eine halbe Sekunde schneller, musste aber in Turn 19 sein Auto abfangen. Die logische Folge: Track-Limit-Verstoß - und damit eine Streichung der Rundenzeit. Das Auto wollte er dafür aber nicht als Ausrede vorschieben: "Ich habe eindeutig heute einen sehr schlechten Job erledigt."

Oscar Piastri stimmte mit Norris überein, was die Fahrbarkeit seines Boliden anging, allerdings mit dem einschneidenden Unterschied, dass er nicht in der Lage war, das Potenzial wenigstens punktuell in gute Rundenzeit umzusetzen. In Q1 waren es acht Zehntel, die er hinter Norris lag, und in Q2 drei Zehntel, obwohl Piastri im Gegensatz zu seinem Titelrivalen des Vorjahres einen zweiten Run nachlegen musste.

"Ich denke, an gewissen Zeitpunkten im Qualifying hat es zumindest bei Lando so ausgesehen, als ob Potenzial im Auto steckt", sagte Piastri, der hinzufügte: "Wenn irgendeiner von uns ans Limit ging, konnte er das Auto nicht auf der Strecke halten." Auch der Australier sparte nicht mit Selbstkritik: "Es war schwierig, Rundenzeit aus dem Auto zu bekommen. Ich habe es überhaupt nicht geschafft." Damit setzt sich unabhängig vom schwierigen Auto ein Trend aus der Vergangenheit fort. Nämlich jener, dass Piastri mit dem Circuit of the Americas nicht gut zurechtkommt.

Was noch dazukommt, ist, dass McLaren aktuell pacemäßig in der Formel 1 nicht den Ton angibt, und damit die Fahrer erst recht ans Limit gehen wollen und müssen, wie Piastri betonte: "Wir sind ein paar Zehntel hinter Mercedes und Red Bull, da will man natürlich so viel wie möglich aufholen. Das spielt auch eine kleine Rolle." Aber eben nur eine Nebenrolle: "Das Auto muss allgemein wie auf Messers Schneide gefahren werden." Der holprige Untergrund und die teils starken Windböen rund um die Strecke tragen noch ihren Teil dazu bei.

McLaren-Teamchef Andrea Stella betonte, dass die schwierige Fahrbarkeit ein allgemeines Charakteristikum der aktuellen Formel-1-Generation sei, das sich quer durchs Feld zieht. Warum McLaren aber so stark davon betroffen ist, weiß das Team noch nicht. "Es gibt möglicherweise ein paar Eigenheiten, die McLaren-spezifisch sind, aber im Moment ist das nicht ganz klar", so Stella.

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