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Marc Marquez' verblüffende Botschaft an MotoGP-Toptalent Quiles: "Hoffe, er strauchelt 2027!"
Maximo Quiles wurde in Indonesien Moto3-Weltmeister 2026, Foto: MotoGP Press

5,5 Punkte zwischen Manuel Gonzalez und Izan Guevara, zwei Punkte zwischen Jorge Martin und Marc Marquez. Die Weltmeisterschaften in Moto2 und MotoGP könnten derzeit kaum enger sein. Einzig in der kleinsten WM-Klasse herrscht seit Monaten keine Spannung mehr. Hier steht Maximo Quiles seit vergangener Woche sogar schon als Moto3-Weltmeister 2026 fest. Nach dem Indonesien-GP kann er mit 132 Punkten Vorsprung nicht mehr eingeholt werden. Der frühste WM-Gewinn in der Geschichte der Moto3, der Lust auf mehr macht.

Maximo Quiles fixiert Moto3-Weltmeisterschaft im Indonesien-GP

"Ich bin so glücklich über diesen Sieg. Das ist einer der speziellsten überhaupt", strahlte Quiles unmittelbar nach dem Moto3-Rennen in Mandalika. Kein Wunder, träumt doch wohl jeder Rennfahrer davon, einmal in seinem Leben einen Titelgewinn mit einem Rennsieg zu fixieren. "Der Druck war enorm", gab der 18-Jährige aus Spanien an, "aber ich habe versucht, es wie ein normales Rennen anzugehen. Ich wollte gewinnen, das war die Mentalität. Ich war natürlich nervös, aber ich habe es umgesetzt bekommen."

Mit 127 Punkten Vorsprung auf David Almansa in den Indonesien-GP gegangen war klar, dass Quiles den WM-Titel mit einem Sieg aus eigener Kraft eintüten könnte. Ein Triumph Almansas wiederum hätte die Entscheidung garantiert aber auch nach Phillip Island (23. - 25.10.) vertagt - und der Vorteil lag nach dem Qualifying erstmal auf Seiten des Intact-Piloten. Er sicherte sich Startplatz zwei, während Quiles nur Sechster wurde. Doch der WM-Leader nutzte eine chaotische Auftaktphase im Moto3-Rennen und flüchtete nach vorne, als Almansa in Runde zwei gerade auf Platz acht durchgereicht wurde. Almansa gab im Anschluss nochmal alles, konnte die Lücke aber nicht mehr zufahren. Quiles verwaltete vielmehr gekonnt bis zum Ziel.

"Ich mag es, diese Nervosität zu haben", erklärte der Aspar-Pilot daraufhin und erinnerte mit diesen Worten ein bisschen an seinen prominenten Förderer: Marc Marquez. Der MotoGP-Superstar fungiert seit einigen Jahren gemeinsam mit Bruder Alex als Manager und Trainingspartner von Quiles und dessen Einfluss auf das aktuell vielleicht größte Nachwuchstalent der Motorrad-WM wurde in den letzten zwei Saisons immer deutlicher. Schließlich ist auch Marquez seit jeher dafür bekannt, unter maximalem Druck zur Höchstform aufzulaufen - und genau diese Qualität scheint er jetzt auch Quiles eingeimpft zu haben.

Als Quiles am vorletzten Sonntag von der Inlap in die Boxengasse zurückkehrte, warteten Marc und Alex Marquez dort bereits auf ihn und gratulierten sichtlich euphorisiert zum Titelgewinn. Nachdem sie im MotoGP-Rennen ihren eigenen Aufgaben nachgekommen waren, mischten sie sich einiger Social-Media-Videos zufolge am Sonntagabend dann auch recht schnell wieder unter die Gäste auf der Weltmeisterparty. "Sie haben sich sehr für mich gefreut", kommentierte Quiles und dankte dem Duo: "Sie haben mir sehr geholfen, waren sehr wichtig für mich. Das ist sehr besonders, gemeinsam mit ihnen meinen Traum erfüllt zu haben."

Marc Marquez: Hoffe, dass Maximo Quiles 2027 erstmal schwächeln wird!

"Maximo ist ein wahnsinnig talentierter Rennfahrer. Es ist unglaublich", schwärmte nach dem Indonesien-Grand-Prix auch Marc Marquez von seinem Schützling - nur um dann mit folgender Aussage zu überraschen: "Ich hoffe und wünsche mir, dass Maximo nächstes Jahr [er wird 2027 mit dem Aspar-Team in die Moto2 aufsteigen, Anm.] zumindest während der Vorbereitung im Winter und dem ersten Teil der Saison etwas straucheln wird, dass er etwas zu kämpfen haben wird."

Warum? Weil die WM-Karriere von Quiles bislang fast schon zu perfekt verlaufen ist! 2025 hatte er die ersten zwei Grands Prix des Jahres noch auslassen müssen, weil er das Mindestalter von 17 Jahren noch nicht erreicht hatte. Als er in Austin dann aber endlich sein Debüt in der Moto3 geben durfte, mischte er sofort an der Spitze mit: Platz zwei in seinem ersten Qualifying, Platz fünf im ersten Rennen. Daraufhin bremste ihn zwar eine Daumenfraktur kurzzeitig aus, schon in Silverstone und Aragon gab es dann aber die ersten Podien und in Mugello den ersten Sieg. Am Jahresende wurde er sogar noch WM-Dritter, nur sieben Punkte hinter Vizemeister Angel Piqueras.

Maximo Quiles sorgte schon 2025 als Moto3-Rookie für Furore, Foto: IMAGO / PsnewZ
Maximo Quiles sorgte schon 2025 als Moto3-Rookie für Furore, Foto: IMAGO / PsnewZ

Eine bärenstarke Rookiesaison also, an die Quiles im laufenden Kalenderjahr ungebrochen anknüpfte. In Mandalika gelang im 17. Grand Prix bereits der zehnte Saisonsieg, womit der Youngster aus Murcia in Summe bereits bei 13 Moto3-Siegen hält. Einzig David Alonso (18 Siege) liegt in der Allzeit-Statistik damit noch vor ihm. Zudem stand Quiles im Indonesien-GP schon zum 15. Mal in der aktuellen Saison auf dem Podium, nur in Mugello (P11) und Silverstone (DNS) war er nicht unter den Top-Drei. Damit ist der Rekordwert an Podestplätzen in einer Saison von Sandro Cortese (2012), Maverick Vinales (2013) und Alonso (2024) eingestellt, ein weiteres Podium würde ihn zum alleinigen Rekordhalter machen. Es wäre in Summe bereits Quiles 25. Moto3-Podium, nur Romano Fenati (29) und Jaume Masia (27) haben mehr. Fährt Quiles in den letzten fünf Rennen erneut auf das Podium, könnte er den Rekord also noch einstellen. Meiste Siege (14) und meiste Punkte (421) in einer Saison - erzielt jeweils 2024 von Alonso - sind 2026 ebenfalls noch möglich.

Marc Marquez sicher: Maximo Quiles wird auch in der Moto2 erfolgreich sein

Nicht undenkbar also, dass Quiles im kommenden Jahr als erfolgreichster Moto3-Pilot in der Geschichte in die Moto2 aufsteigen wird. Und genau deshalb wünscht sich Marquez nun, dass 2027 erstmal ein anderer Wind weht. "Ich hoffe das nicht, weil ich Maximo alles erdenklich Schlechte wünsche. Im Gegenteil. Ich wünsche ihm das, weil ich möchte, dass er lernt, mit diesen [negativen, Anm.] Erfahrungen umzugehen", erklärte der MotoGP-Superstar. Aus Niederlagen lerne man manchmal schließlich mehr als aus Siegen. Aber ob es bei Quiles wirklich dazu kommen wird? Marquez hat seine Zweifel: "Ich denke, dass er schon bald sehr schnell sein wird. Denn ich habe schon viel mit ihm trainiert und egal, auf welchem Motorrad er fährt, er ist immer schnell. Er ist unglaublich talentiert."

Zweifel, dass Quiles eines Tages auch in der MotoGP landen wird, scheint es also nicht zu geben. Die Frage lautet eigentlich nur: werden Schüler und Lehrer noch gegeneinander antreten? "Ich weiß es nicht", scherzte Marquez danach befragt. Es bräuchte wohl nochmal eine Vertragsverlängerung seinerseits, denn Quiles' Moto2-Vertrag mit dem Aspar-Team läuft bis Ende 2028. Ein MotoGP-Aufstieg ist frühstens 2029 geplant und Marquez' neuer Ducati -Kontrakt endet ebenfalls nach der Saison 2028. Es hängt also stark vom aktuell 33-Jährigen aus Cervera ab, ob er nach 2028 noch weiterfahren will oder nicht.

Maximo Quiles (Mi.) wird seit geraumer Zeit von den Marquez-Brüdern gefördert, Foto: IMAGO / ZUMA Press
Maximo Quiles (Mi.) wird seit geraumer Zeit von den Marquez-Brüdern gefördert, Foto: IMAGO / ZUMA Press

Für Quiles wäre es jedenfalls ein Traum, wenn er 2029 noch in der MotoGP gegen Marquez antreten könnte. "Er ist mein Idol", unterstrich der 18-Jährige und verriet: "Ich versuche, wie er zu sein, aber auf eine andere Art und Weise. Schließlich hat er in der Vergangenheit einige Fehler gemacht und jetzt sagt er mir immer, dass ich diese Fehler nicht machen soll." Man möge sich kaum vorstellen, welch grandioser Rennfahrer da eines Tages entstehen könnte, wenn Quiles das so umgesetzt bekommt. Noch ist das aber gewiss Zukunftsmusik. Für ihn geht es nun erstmal darum, sich anständig aus der Moto3 zu verabschieden. Wer denkt, der Aspar-Pilot könnte nach dem Titelgewinn jetzt Tempo rausnehmen, der irrt: "Mein Fokus liegt noch auf dieser Saison. Es sind noch einige Rennen zu fahren und meine Mentalität bleibt gleich. Ich werde weiter pushen und immer 100 Prozent geben."

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