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Brunold und Bertola jubeln. Damit spielen fünf Schweizer die Swiss Indoors

Swiss Indoors

Auch Verlierer Brunold jubelt: Wegen eines Kuriosums stehen fünf Schweizer im Hauptfeld der Swiss Indoors

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Ein Kuriosum sorgt dafür, dass mit Mika Brunold und Rémy Bertola zwei Schweizer die Qualifikation der Swiss Indoors überstehen. Mit Dominic Stricker, Jerome Kym und Stan Wawrinka stehen damit erstmals seit 2009 wieder fünf Schweizer im Hauptfeld von Basel.

Mika Brunold verliert nach seinem Exploit am Samstag einen Tag später gegen Rémy Bertola. Bild: Keystone

Mika Brunold (ATP 195) schaut fragend: «Wirklich? Ist das bestätigt?» Soeben hat der 22-jährige Baselbieter, der am Vortag mit dem 7:6,-7:6-Sieg gegen den Portugiesen Jaime Faria (ATP 56) erstmals einen Top-60-Spieler geschlagen hatte, die finale Qualifikationsrunde gegen Landsmann Rémy Bertola (ATP 219) 6:7, 4:6 verloren. Aber der Reinacher steht bei seinem Heimturnier dennoch erstmals im Hauptfeld, weil es an den Swiss Indoors 2026 durch die kurzfristigen Absagen von Stefanos Tsitsipas, Alejandro Davidovich Fokina, Alexander Bublik und Raphael Collignon vier Lucky Loser gibt. Damit stehen erstmals seit 2009 und erst zum zweiten Mal überhaupt fünf Schweizer im Hauptfeld der Swiss Indoors.

Dass Brunold das umkämpfte Duell gegen den 28-jährigen Tessiner verlor, ist also halb so wild. «Heute bin ich dennoch enttäuscht», sagt er. Die aktuelle Nummer 2 der Schweiz hadert mit den vielen verpassten Chancen, die es im zweistündigen Duell mit elf Aufschlagspielen, die über Einstand gingen, immer wieder gab.

Rémy Bertola ist schon länger auf der Challenger Tour unterwegs. Auf ATP-Level spielt der 28-jährige Tessiner kaum. Bild: Keystone

Am Montag hat er gegen den Portugiesen Nuno Borges (ATP 52) die Chance auf einen ersten Sieg an den Swiss Indoors. «Durch die vielen Siege in letzter Zeit habe ich viel Selbstvertrauen», sagt Brunold, dem eine weitere Überraschung durchaus zuzutrauen ist. Wie auch Bertola, der sich nach 2025 zum zweiten Mal in Folge fürs Hauptfeld der Swiss Indoors qualifizieren konnte, wartet Brunold in seiner Karriere noch auf einen Sieg im Hauptfeld eines ATP-Turniers. Bertola hat auf dem Papier mit dem Kanadier Denis Shapovalov (ATP 47) die etwas schwierigere Aufgabe. Bertola, der nicht regelmässig auf der ATP-Tour spielt, sagt: «Ich jage den ersten ATP-Sieg schon länger und freue mich, dass ich erneut eine Chance bekomme.»

Bernet ist trotz Niederlage zuversichtlich

In der Qualifikation hängen blieb der Basler Henry Bernet (ATP 364). Der 19-jährige Junior-Australian-Open-Sieger verlor das Duell mit dem Deutschen Daniel Altmaier (ATP 65) knapp mit 5:7, 6:7. Bernet sagt: «Ich bin sehr enttäuscht. Denn ich hatte meine Chance und konnte sie nicht nutzen.» Dennoch sei sein Spiel besser gewesen, als vor einem Jahr, als er im Hauptfeld gegen Jakub Mensik in drei Sätzen verlor.

Als Nachrücker und Doppelspezialist zog auch Jakub Paul (ATP 993) im Schweizer Erstrundenduell gegen Bertola mit 2:6, 1:6 den Kürzeren.

Kym und Stricker wollen die Chance nutzen

Dank einer Wildcard stehen Jerome Kym (ATP 223) und Dominic Stricker (ATP 251) direkt im Hauptfeld der Swiss Indoors. Die aktuellen Nummern 4 und 6 der Schweiz profitieren dabei von Erfolgen aus der Vergangenheit. Kym bekommt es in der ersten Runde mit dem Franzosen Arthur Rinderknech (ATP 61) zu tun, den er vor zwei Jahren in der Qualifikation von Basel bereits bezwingen konnte. Auch Stricker trifft am Montag mit Casper Ruud (ATP 24) auf einen Gegner, gegen den er in Basel 2023 bereits überraschend gewinnen konnte.

Jerome Kym erklärt an der Pressekonferenz, wie stolz er ist, eine Wildcard vom Turnier, wo er einst zweimal Balljunge war, erhalten zu haben. Bild: Keystone

Für den 23-jährigen Möhlemer Kym hiess es in diesem Jahr nach einem schwachen Saisonstart: zurück zu den Wurzeln. Statt im österreichischen Kitzbühel wird Kym jetzt wieder von Swiss Tennis und Roman Vögeli betreut. Kym erklärt: «Mir fehlte das Feuer, um regelmässig weit weg von daheim zu trainieren, und ich benötigte etwas Neues.»

Seit August stand Kym in drei Challenger-Halbfinals und schaffte es in Hagen in den Final. «Dadurch konnte ich das Ranking noch retten», sagt er. Seine Punkte vom US Open 2025, als er in die dritte Runde vorstiess, fielen Ende August aus der Wertung.

Auch Stricker, die ehemalige Nummer 88 der Welt, blickt auf ein durchwachsenes Jahr zurück. Zuletzt musste er vor dem Viertelfinal im französischen Roanne (gegen Kym) forfait geben. Doch für die Erstrundenpartie bei den Swiss Indoors Basel gibt der 24-jährige Berner Entwarnung: «Ich freue mich auf das Spiel.» Es wird am Montag nach der Abschiedszeremonie für Stan Wawrinka ausgetragen.

2023 stand er im Viertelfinal. Auch in diesem Jahr will Dominic Stricker in Basel überraschen. Bild: Keystone

Sobald Stricker in Basel ausscheidet, geht es zusammen mit Henry Bernet ins Militär. Die Sportler-RS in Magglingen steht an. «Entsprechend motiviert bin ich, hier möglichst lange dabei zu bleiben», sagt er schelmisch.

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