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Bei seinem ersten Arbeitstag im Mercedes-Werk in Brackley wurde der damals 18-jährige Kimi Antonelli von den eigenen Leuten nicht erkannt. Zwei Jahre später löste "der Kleine" mit 20 Jahren, 2 Monaten und 7 Tagen Sebastian Vettel als jüngsten F1-Weltmeister aller Zeiten ab. Der frühere Red-Bull-Seriensieger war 2010 beim ersten WM-Gewinn 23 Jahre, 4 Monate und 11 Tage alt.
Eine Szene in der Netflix-Doku "The Seat" gehört zu den Lieblings-Sequenzen von Mercedes-Boss Toto Wolff. Dabei erinnert sich James Allison, technischer Direktor bei Mercedes, an Antonellis ersten Arbeitstag bei Mercedes: "Ich bin an meinem Schreibtisch gesessen, als da plötzlich dieses Kind gestanden ist und ,Hallo!' gesagt hat. Ich habe gedacht, es hätte seinen Vater verloren ...".
Beim Händeschütteln wusste Allison, was es gespielt hatte: "Er hatte diesen starken Händedruck, den alle Fahrer haben. Ich wusste: 'Das ist ein Fahrer, es ist Kimi!" Papa Marco, selbst Rennfahrer, hatte den Buben damals wie auch heute bei allen Rennen begleitet. Daheim in Bologna hält Mama Veronica die vierköpfige Familie zusammen. Am WM-entscheidenden Sonntag in Mexico City wurde Kimi von Schwester Maggie an die Rennstrecke begleitet (siehe Bild).
Kimi, der eigentlich Andrea im Pass stehen hat und über dessen Namen Toto Wolff scherzt: "Wenn ich böse auf ihn bin, sage ich Andrea zu ihm."
Entdeckt wurde Antonelli als damals 11-Jähriger von Mercedes-Juniorprogramm-Boss Gwen Lagrue im Kart. Das Ausnahmetalent durfte die Formel 3 überspringen, nach einer durchwachsenen F2-Saison machte Toto Wolff Nägel mit Köpfen: Sofort, als Rekord-Weltmeister Lewis Hamilton seinen Abschied Richtung Ferrari bekanntgegeben hatte, entschied der Silberpfeil-Boss entgegen allen Kritikern dem Junior die große Chance zu geben und ihn bereits 2025 ins zweite F1-Auto neben Routinier George Russell zu setzen.
Wolff stand immer hinter Antonelli - auch als der in seinem Debüt-Jahr neun Rennen ohne Punkte blieb. "Kimi lernt aus seinen Fehlern wie kein anderer", so Wolff gegenüber oe24. "Er saugt alles auf wie ein Schwamm, durchdenkt alles und verarbeitet es wie ein Computer."
Die Reglement-Revolution 2026 (50% Elektro-Anteil) wirkte wie eine Initialzündung: Nach Platz 2 hinter dem zu Saisonbeginn noch als Topfavorit gehandelten Teamkollegen George Russell beim Auftakt in Australien ließ Technik-Freak Antonelli fünf GP-Siege in Serie folgen. Nach dem 9. Sieg letzte Woche in Austin war der letzte Schritt am Sonntag in Mexiko nur mehr Formsache.