Zurück
Der Sturz von Jorge Martin im Sprint in Australien könnte den Ausschlag geben in der Titelentscheidung 2026. Aus zwei Punkten Vorsprung vor Phillip Island wurden zehn Rückstand. Und jetzt kommen die Veranstaltungen in Malaysia und Katar im Wochenrhythmus.
Während Martin das Zeittraining am Freitagnachmittag nach einem Beinahe-Sturz nach sieben Minuten beendete, sich schonte und es mit gebrochenem rechtem Arm am Samstag wieder versuchen will, lag Marc Marquez in beiden Sessions an der Spitze . Im FP1 war der Ducati-Star fast eine halbe Sekunde schneller als Aprilia-Ass Marco Bezzecchi auf Platz 2, im Zeittraining war «MM93» nur noch eine gute Zehntelsekunde besser als Bruder Alex (Gresini Ducati) und Ai Ogura (Trackhouse Aprilia).
«Sepang ist bei mir seltsam», schilderte Marc Marquez in Malaysia in kleiner Medienrunde. «In einem Jahr strauchle ich von Anfang an, im anderen bin ich vom Fleck weg schnell. Dieses Mal hatte ich ab der ersten Runde ein gutes Gefühl. Am Nachmittag ging ich etwas mehr Risiko und hatte den kleinen Ausrutscher in Kurve 15, der Rest war perfekt.»
Marquez unterstrich, dass jetzt die Zeit wäre, um aggressiver zu fahren. Hinzu käme, dass er sich körperlich besser fühle. «Wenn du dich mitten in der Saison körperlich nicht gut fühlst, dann passiert dir leichter ein grober Unfall. Ich hatte heftige Abflüge in Austin, Jerez sowie Le Mans und musste es ruhiger angehen lassen. Vor Indonesien entschied ich, ab jetzt alles in die Waagschale zu werfen. Ich halte die Meisterschaft in meinen Händen und werde versuchen, in Sepang so viele Punkte wie möglich von den 37 zu holen. Die Ducati funktioniert hier gut, das sehen wir auch an den Ergebnissen von Alex und Diggia. Klar ist aber auch: Wir haben erst den Freitag hinter uns. Während eines Wochenendes kann sich vieles ändern.»
Wenn die Ärzte sagen, dass er fit ist, dann glaube ich das.
marc marquez über jorge martin
Der 20-jährige Italiener Kimi Antonelli hatte beim USA-GP die Chance, den WM-Titel 2026 sicherzustellen. Er machte alles richtig: Sieg in Texas. Die Titelfeier ist trotzdem verschoben. Bis Mexiko.
Die meisten im Fahrerlager verstehen , dass Jorge Martin in Sepang trotz seiner Armverletzung antritt, unter ihnen Marc Marquez, der selbst schon oft unter bedenklichen Voraussetzungen fuhr. «Da ich nicht genau weiß, was er hat, möchte ich mir kein Urteil erlauben», hielt der 33-Jährige fest. «Ich weiß nicht, ob sein Radiusknochen ganz durch oder ob es nur ein kleiner Bruch ist. Wir haben ein medizinisches Protokoll. Wenn die Ärzte sagen, dass er fit ist, dann glaube ich das. Er hat Schmerzen, das Risiko muss akzeptabel sein. Martin ist ein starker Typ, aber er musste heute nachgeben.»
Wie beurteilt der Multiweltmeister den Asphalt in Sepang, über den sich einige Konkurrenten abfällig äußerten? «Es ist Zeit für einen neuen, das haben wir schon letztes Jahr gesagt», so Marquez. «Aber er ist nicht schlechter, als er während der Wintertests war.»