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Dank einer Kombination aus schwächelnder Konkurrenz – Stichwort Jorge Martin – und einem souverän schnellen Marc Marquez im Stile eines großen Weltmeister hat sich die Ausgangslage seit dem Australien-GP zugunsten von Ducati Lenovo verschoben. Marc Marquez führt die WM-Tabelle überlegen an, Ducati hat wieder Platz 1 bei den Herstellern übernommen. Holt «MM93» beim anstehenden Wüstenevent 30 Punkte mehr als der angeschlagene Rivale aus dem Aprilia-Werksteam, kann die große-WM Party in Rot bereits in Losail steigen.
Ducati-Lenovo-Teammanager Davide Tardozzi ist aber lange genug im Geschäft, um der Situation nicht mit Siegessicherheit zu begegnen. Das Fahrerlager-Urgestein, dass einen nicht unwesentlichen Teil an der vor über fünf Jahren eingeläuteten, überragenden Ducati-Siegesserie beteiligt, stand den Kollegen von MotoGP.com für ein Gespräch zur Verfügung.
«Wir haben in Katar die Chance die Meisterschaft zu sichern – aber wir wissen auch, dass Martin und Bezzecchi absolut alles geben werden um das zu verhindern. Es wird also gewiss keine leichte Aufgabe. Wir haben sehr großen Respekt, auch weil wir beide Fahrer kennen. Mit Jorge haben wir zusammen einen Titel gewonnen. Deswegen: Es ist es erst vorbei, wenn es vorbei ist.», so Tardozzi.
Zudem erinnerte der Chef in der Ducati-Lenovo-Box: «Wir müssen die Situation auch vor dem Verlauf der Saison sehen. Das wir hier und jetzt diese Chance haben, ist für sich außergewöhnlich. Noch vor wenigen Monaten war das nur ein Traum.»
Mit Platz 3 beim Mexiko-GP hat sich Kimi Antonelli zum jüngsten der nunmehr 36 Formel-1-Weltmeister gemacht. Der 20-jährige Italiener ist auf Rekordjagd. Die Tifosi träumen von Antonelli im Ferrari.
Tardozzi mit dem Blick zurück: «Wir haben gelernt, dass mit Marc Marquez nichts unmöglich ist. Er war unser Licht in einer Zeit, als wir eine sehr schwere Phase hatten. Nach Mugello fielen viele sehr drastische Worte, es schien als würde man sich bereits als Verlierer fühlen. Doch wir haben alle zusammengehalten und Pläne gemacht. Insbesondere auch Gigi. Sie haben hart gearbeitet, wussten das unser Biker in dieser Phase nicht das Beste war. Kleine Verbesserungen Stück für Stück haben dann auch geholfen, dass Marc seine unglaublichen Fähigkeiten wieder mit Erfolg einsetzen konnte.»
David Tardozzi bestätigte einmal mehr das Ausnahmekönnen des möglicherweise schon bald achtfachen MotoGP-Weltmeisters: «Es gibt keinen Fahrer, der besser in solch einer Situation ist, und das in Kombination mit einem Team, das in jeder Hinsicht zusammenarbeitet und es unbedingt will. Das macht es aus.»
Als Wendepunkt bestätigte Tardozzi den Italien-GP in Mugello. Aprilia hatte auf der Ducati-Hausstrecke übernommen, triumphiert und den Sieg ausgekostet. Davide Tardozzi. In Mugello waren wir so schlecht, natürlich auch, weil Marc körperlich nicht in bester Verfassung war, aber auch das Pecco hier jetzt Dritter war, war genug. Wir wussten klar, dass etwas nicht stimmen kann. Das war der Tiefpunkt und wir wussten, dass wir uns verbessern müssen. Mugello war ein wichtiger Beschleuniger für die Ingenieure, die Fahrer, für uns alle.»