Zurück
Torjäger Danny Foerster hätte mit seinem fünften Saisontreffer und einer Torvorlage der Matchwinner des Spitzenspiels werden können. Der FC Germania Mallorca hätte nach dem 6:0-Kantersieg in der Vorwoche weiter in Richtung Tabellenführung marschieren können. Aber so ist es im Fußball: Hätte… So aber ging der Insel-Neuling am Samstag nach einer 2:1-Halbzeitführung am Ende mit der Abendsonne im Küstenörtchen Cala d’Or mit einer 2:4-Niederlage unter.
Dass der Gastgeber der torgefährlichste Club (25 Treffer in 5 Spielen) in der Liga ist, musste die Mannschaft von Trainer Thorsten Legat schon in der elften Minute erkennen: Durch ein Kopfballtor nach einer Ecke ging der CD Cala d’Or mit 1:0 in Führung. Doch die Antwort folgte prompt: Zehn Minuten später schob Danny Foerster nach einem Gewusel im Fünf-Meter-Raum die Kugel über die Linie. Vier Minuten vor der Pause legte er zum 2:1 per Linksflanke für Felix Westphal auf.
Germania-Coach Thorsten Legat war bis dahin absolut zufrieden, sagte zum Mallorca Magazin: „Wir sind sehr gut ins Spiel gegangen. Aber dann hat uns ein individueller Fehler unseres Torwarts zurückgeworfen. Tut mir leid: Das geht ganz allein auf seine Kappe. Dennoch haben wir uns besonnen und sind ruhig geblieben. Mit dem 2:1 vor der Halbzeit gehen wir hochverdient in die Pause. Wir hatten das Spiel eigentlich schon gewonnen und es fehlte nur noch ein Tor.“
Doch stattdessen nimmt schon sieben Minuten nach dem Wiederanpfiff das Unheil seinen Lauf: Erst der Ausgleich, 20 Minuten später die 3:2-Führung des Gastgebers. Und kurz vor dem Abpfiff – die Sonne senkte sich gerade in den schönsten Farben über der Tribüne – der Knockout zum 2:4.
Legat: „Da unterlief unserem Kapitän Thanhofer ein Fehler auf seiner Seite zum 2:2. Das 2:3 verschuldet er dann auch. Und dann fiel das 2:4. Man muss sagen: Sie haben uns bestraft, weil wir hinten nicht dicht waren und vorne trotz vieler Chancen nicht getroffen haben. Unsere Stürmer bekommen leider seit Wochen nichts richtig gebacken. Obwohl wir alles intensiv trainieren – Laufwege, Abschlüsse, Standardsituationen.“
Torjäger Danny Foerster dürfte damit nicht gemeint sein. Der Stürmer, der vom rheinischen Kreisligisten SV Glehn auf die Insel kam, kommt nach sechs Test- und sechs Ligaspielen inzwischen auf 13 Treffer. Der Knipser zum Mallorca Magazin: „Wir haben nach dem frühen Rückstand schnell und gut reagiert. Es ist ärgerlich, dass wir oft in der zweiten Halbzeit einbrechen. Es soll keine Ausrede sein: Aber das liegt auch daran, dass wir wegen der langen Verletztenliste keine frischen Spieler einwechseln können. Schade - mit einem Sieg wären wir ganz oben dabei gewesen. Jetzt dürfen wir uns in den nächsten Partien keine Fehler mehr erlauben.“
Dennoch: Es war ein hochklassiges Spiel. Voller Leidenschaft und Tempo, fast immer fair - und mit frenetischer Stimmung vor großer Kulisse. Knapp 700 Besucher mögen es beim Punktspiel in der untersten Liga Mallorcas gewesen sein. Wie ist dieser Germania-Boom zu erklären? Amir Azit, Präsident und Mitgründer des Clubs, fand eine verständliche Erklärung: „Wenn ich als Tourist auf der Insel Fußball sehen will, warum sollte ich dann zu einem Zweitligisten gehen, der vor halb leeren Rängen spielt? Da gehe ich doch lieber zu Germania, wo die Tribüne knallvoll ist, das Bier 1 Euro 80 kostet und ich Deutsche treffe aber auch Mallorquiner kennenlernen kann.“
Zwei Erkenntnisse lieferte der große Fußball-Abend im Camp de Futbol von Cala d’Or. Die gute für die Gastgeber: Wenn der erste deutsche Fußball-Club der Insel kommt, ist das Stadion voll - und die Kasse am Eingang und in der Gastronomie auch. Die schlechte für den FC Germania: Wenn es nach nun sechs Spielen mit zwei Niederlagen und einem Unentschieden so weitergeht, wird es mit dem geplanten Durchmarsch schwer.
Das nächste Spiel: Am kommenden Sonntag tritt der FC Germania Mallorca zum Auswärtsspiel beim C.E. Playa de Palma an. (Carrer Mateu Monserrat, 07620 Llucmajor)