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NBA-Start: Historischer Horrorabend für Victor Wembanyama im Hassduell - LeBron James ruiniert bei 76ers-Debüt die Meisterparty der New York Knicks

Die San Antonio Spurs unterliegen in einem hitzigen Rematch den Oklahoma City Thunder. Wemby erwischt dabei einen katastrophalen Abend. Das Sixers-Superteam gibt derweil bei den Knicks den Partycrasher.

Zur Opening Night hat die NBA ganz groß aufgetischt: OKC reiste nach den epischen Western Conference Finals zum Rematch nach San Antonio und setzte ein erstes Ausrufezeichen. LeBron feierte sein umjubeltes Debüt ausgerechnet beim amtierenden Meister und gibt den Partycrasher. Den Auftakt machte zuvor schon eine spektakuläre Aufholjagd im Duell zwischen den Pistons und den Celtics.

Die Highlights der NBA im Roundup.

NBA-Auftakt: Die Ergebnisse auf einen Blick

Detroit Pistons

Boston Celtics

121:113

New York Knicks

Philadelphia 76ers

100:106

San Antonio Spurs

Oklahoma City Thunder

104:116

Oklahoma City Thunder  v San Antonio Spurs

San Antonio Spurs (0-1) - Oklahoma City Thunder (1-0) 104:116

Es war kein normaler Saisonauftakt für die Spurs und die Thunder. Statt gemächlich in die erste von 82 Partien der Regular Season zu starten, lieferten sich die beiden Rivalen einfach eine Fortsetzung der vergangenen Playoff-Serie.

Das "Hass-Highlight" in "Game 8" der Western Conference Finals, das von viel Trash Talk, Physis und Emotionen bestimmt wurde, folgte schon früh im zweiten Viertel, als De'Aaron Fox den weitaus größeren Chet Holmgren einfach zu Boden schmiss. Die restlichen Beteiligten nahmen die Szene nicht allzu gelassen zur Kenntnis und die folgende Rudelbildung war unausweichlich. Als sich die Gemüter etwas beruhigten, gab es die kuriose Durchsage mit dem Williams-Triple-Technical. Jalen Williams, Jaylin Williams und Kenrich Williams (alle OKC) erhielten von den Referees ein technisches Foul. Victor Wembanyama kassierte auf der anderen Seite ebenfalls ein T und Fox bekam ein Flagrant Foul aufgebrummt.

Die Thunder schöpften aus der Auseinandersetzung ordentlich Energie und starteten einen schnellen 9:0-Lauf, der sogar in einem 22:3-Run endete. Zwischenzeitlich setzte sich die Mannschaft von Mark Daigneault, bei der schon in der ersten Hälfte elf Akteure punkteten und der Dreier bestens fiel (10/14 3FG), mit bis zu 26 Zählern ab. Angeführt von Shai Gilgeous-Alexander (16 PTS) führte OKC zur Pause mit 65:44. Für Gilgeous-Alexanders MVP-Rivalen Wembanyama ging offensiv hingegen überhaupt nichts (0/7 FG).

Die Spurs kamen jedoch brandheiß aus der Kabine und starteten mit einem 14:3-Run direkt die Aufholjagd. Doch richtig eng wurde es nicht, da die Thunder immer wieder Nadelstiche setzen konnten und San Antonio in den entscheidenden Momenten das Wurfglück fehlte. Doch es war auch nicht nur Pech, sondern manchmal auch schlichtweg Können auf der anderen Seite. Zum Beispiel als Wemby endlich einen leichten Wurf treffen wollte, doch OKC-Rookie Aday Mara seinem Ruf als "Wemby-Stopper" direkt gerecht wurde: Der Spanier blockte den Franzosen beim Lob und verwandelte dann direkt anschließend selbst einen Alley Oop.

Wembanyama, der zwar am Brett (13 REB) und in der Defense (6 BLK) wieder stark unterwegs war, kam lange Zeit nur von der Freiwurflinie zu Punkten. Seine ersten zwölf Field Goals verfehlte er allesamt, ein neuer Negativrekord für den Superstar. Erst in letzter Sekunde des dritten Viertels war er per Dunk erfolgreich und verkürzte auf 80:93. Doch auch auf den letzten Push der Spurs im Schlussviertel hatten die Thunder wieder die passende Antwort.

Wemby stand am Ende bei 12 Punkten (1/13 FG, 0/4 3FG, 10/12 FT) und 4 Turnovern. Auch seine Mitspieler hatten Probleme mit dem Wurf (39,1 FG%, 27,0 3FG%). Am erfolgreichsten war noch Stephon Castle mit 24 Zählern. Dylan Harper (18 PTS, 7 REB, 5 AST) und Fox (14 PTS, 7 REB, 7 AST) folgten im Three-Guard-Lineup von Head Coach Mitch Johnson in der Scoring-Liste.

OKC traf hingegen über 45 Prozent von Downtown. Hauptverantwortlich dafür war Jared McCain, der einen Karrierebestwert von sechs Dreiern traf und von der Bank aus 20 Punkte erzielte. Nur SGA kam mit 32 Zählern insgesamt auf eine bessere Ausbeute. Der Doppel-MVP ließ die Statistiker dank 5 Rebounds, 4 Assists, 2 Steals und 2 Blocks wieder einmal fleißig mitschreiben. Wembys Lieblingsfeind Chet Holmgren zeigte sich unbeeindruckt von der Kritik nach dem letzten Aufeinandertreffen und brachte es auf 14 Zähler (3/8 FG). Jalen Williams kam auf 12 Punkte und Isaiah Hartenstein, der mit Foulproblemen zu kämpfen hatte, sammelte 4 Zähler, 3 Rebounds und 3 Vorlagen.

Philadelphia 76ers v New York Knicks

New York Knicks (0-1) - Philadelphia 76ers (1-0) 100:106

"Die Freude, die diese Stadt diesen Sommer erlebt hat – das würde ich gerne noch einmal erleben", erklärte Jalen Brunson bei den großen Meisterfeierlichkeiten vor Spielbeginn, als die Knicks nicht nur ihren Championship Banner, sondern auch endlich ihren NBA Cup Banner unter das Hallendach zogen. Auch der deutsche Center Ariel Hukporti, der im Sommer von den Knicks zu den Sixers wechselte, die Saison aber nach einem Achillessehnenriss komplett verpassen wird, wurde im Rahmen der Ringzeremonie geehrt. Die Stimmung im Madison Square Garden war gut.

Das neuformierte Sixers-Superteam gab aber von Beginn an den Partycrasher. Den ersten Treffer des Abends besorgte nicht etwa einer der weiß-goldenen Knickerbocker, sondern Tyrese Maxey der Back-to-Back-Triples durch den Ring jagte, um den MSG direkt ruhigzustellen.

Mitte des ersten Viertels übernahmen die Knicks dann jedoch nach der Einwechslung von Andre Drummond, der im Sommer als Ersatz für Mitchell Robinson verpflichtet wurde, die Führung. Drummond war in der ersten Hälfte überraschend New Yorks bester Mann und schrieb Geschichte: Als erster Knick der letzten 30 Jahren verbuchte er bei seinem ersten Auftritt ein Double Double noch vor der Pause (10 PTS, 12 REB, 3 AST, 2 BLK).

Drummonds Leistung war ein Sinnbild der ersten 24 Minuten, in denen wenig Basketball gespielt, sondern viel Basketball gearbeitet wurde. Schlechtes Shooting und leichtsinnige Ballverluste auf beiden Seiten prägten die Partie. Hinzu kamen wenig Spielfluss, etliche Fouls und viele Diskussionen um LeBron James. Der King, der sich nach reichlich Überlegung gegen einen Wechsel in den Big Apple entschieden hatte, musste sich von den Knicks-Fans lautstark anhören, dass sie ihn sowieso nicht im eigenen Team sehen wollten. Mit den Fans in den vorderen Reihen diskutierte er die Entscheidung auch noch einmal persönlich aus. Sportlich ging es mit 58:54 in die Kabine.

Während sich LeBron in der ersten Halbzeit erwartungsgemäß in seiner neuen kreativen und ballverteilenden Rolle für Philly gefiel, erinnerte er im dritten Viertel noch einmal daran, dass er auch mit 41 Jahren noch Alley Oops durch den Ring krachen lassen kann. Als James dann per Layup kurz darauf auf 64:63 für die Sixers stellte, krachte es derweil beim Champion schon anderweitig: Head Coach Mike Brown war richtig genervt von der Defense seiner Truppe und bat zur Auszeit. Es wurde jedoch nicht besser. Jaylen Brown beendete das dritte Viertel mit einem Buzzer Beater, sodass der Durchgang nach einem 10:0-Run mit 29:18 an das Auswärtsteam ging.

Im Schlussabschnitt liefen die Knicks dem Rückstand hinterher, konnten mit einigen glücklichen Würfen die Partie eng halten, doch schafften es nicht, das Momentum und den Spielstand noch einmal zu drehen. Kurz vor dem Ende wurde es kurios: LeBron sorgte bei einem Layup für einen Wedgie, auf der Gegenseite verkürzte Brunson zum 100:104. Joel Embiid verpasste den anschließenden Dreier, doch auch Brunson verfehlte 10 Sekunden vor dem Ende, sodass LeBron den Sieg von der Freiwurflinie über die Ziellinie bringen konnte.

James flirtete während der Partie mit einem Triple Double (14 PTS, 9 REB, 7 AST). Auch Brown (19 PTS, 8 REB, 6 AST) und Embiid (13 PTS, 11 REB, 6 AST) füllten den Boxscore in allen Kategorien fleißig. Maxey kümmerte sich hingegen erfolgreich um das Scoring und führte seine Mannschaft mit 28 Zählern an. Youngster VJ Edgecombe verfehlte als einziger Starting-Sixer die Double Digits mit nur 9 Punkten.

Bei den Knicks teilte Mikal Bridges mit nur 4 Zählern das gleiche Schicksal. Finals-MVP Brunson haderte noch etwas mit seinem Wurf (6/19 FG), war mit 21 Punkten aber Topscorer. Auch OG Anunoby hatte wenig Zielwasser getrunken (10, 3/12 FG, 1/9 3FG). Josh Hart kam auf 14 Punkte, Karl-Anthony Towns verbuchte ein effizientes Double Double (19 PTS, 6/9 FG, 12 REB). Drummond konnte nach der Pause nicht an seine spektakuläre Anfangsphase anknüpfen und stand am Ende bei 12 Zählern und 14 Boards (7 OR).

Detroit Pistons (1-0) - Boston Celtics (0-1) 121:113

Glück für die europäischen NBA-Fans: Bereits am Dienstagabend begann die Saison zur Prime Time. Paul George hat dabei ein spektakuläres Debüt für die Celtics gefeiert und zum Einstand 38 Punkte erzielt. Grund zum Feiern hatte er trotzdem nicht, da Boston einen 22-Punkte-Vorsprung herschenkte und die Pistons die Partie mit einem furiosen Run noch drehten. Hier geht's zum ausführlichen Spielbericht.

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