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Fünf Jahre nach einem der kontroversesten Saisonfinals der Formel-1-Geschichte bricht Christian Horner sein Schweigen. Der ehemalige Red-Bull-Teamchef gesteht in seinen Memoiren „Drive“, im hochdramatischen Finale von Abu Dhabi 2021 gezielt Druck auf den damaligen Rennleiter Michael Masi ausgeübt zu haben – mit Erfolg.
Im entscheidenden Rennen sah Lewis Hamilton im Mercedes bereits wie der sichere Sieger und achtmalige Weltmeister aus. Erst der Unfall von Nicholas Latifi wenige Runden vor Schluss und die darauffolgende Safety-Car-Phase veränderten alles.
Als die Rennleitung zunächst anwies, dass sich überrundete Fahrzeuge nicht zurückrunden dürfen, drohte der Titelkampf hinter dem Safety Car zu verpuffen.
„Mein Herz rutschte in die Hose“, beschreibt der heute 52-jährige Horner den Moment. Fünf Nachzügler lagen zu diesem Zeitpunkt zwischen Hamilton und dem zweitplatzierten Max Verstappen.
„Das bedeutete, dass Max all diese fünf Autos hätte überholen müssen, bevor er an Lewis herankommt – was in einer einzigen Rennrunde unmöglich war“, schreibt Horner. „Der Große Preis von Abu Dhabi und damit eine ganze Saison wurden auf die unbefriedigendste Art und Weise beendet. Ich konnte die Entscheidung nicht verstehen.“
Aus Horners Sicht ging es auch darum, den Fans das langersehnte Rad-an-Rad-Duell zu liefern: „Die Weltöffentlichkeit wollte sehen, wie Max und Lewis im Titelduell direkt gegeneinander antreten, und nicht, wie sie zu einem enttäuschenden Zielstrich schleichen. Alles andere war eine Enttäuschung.“
Um den drohenden Ausgang zu verhindern, ergriff der Brite selbst die Initiative. „Ich habe mich entschieden, etwas mehr Druck auf die Rennleitung auszuüben“, gesteht er in seinem Buch.
Über Funk drängte er Masi zum Handeln: „Komm schon, Michael, wir müssen dieses Rennen wieder freigeben. Warum schaffen wir diese überrundeten Autos nicht aus dem Weg? Es wäre eine Schande, all das unter dem Safety Car zu beenden. Die überrundeten Autos sollten sich zurückrunden. Lasst uns fahren.“
Masi änderte daraufhin kurzfristig seine Anweisung und ließ exakt jene fünf Autos zwischen Hamilton und Verstappen passieren. Der Weg für den finalen Sprint über eine einzige Runde war frei.
Verstappen, der während der Safety-Car-Phase auf frische Reifen gewechselt hatte, nutzte den Vorteil, zog in der letzten Rennrunde an Hamilton vorbei und sicherte sich dank der Einmischung seines ehemaligen Teamchefs seinen ersten Weltmeistertitel.