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Die RSV-Reserve nutzt im ersten Durchgang ihre Chancen nicht und wird dafür bestraft. Bei Horstedt bringen vor allem zwei Spieler den nötigen Schwung.
Horstedt – Der Frust musste nach dem Abpfiff raus. Vom Mittelkreis aus schoss Jonas Knaak den Fußball in Richtung des eigenen Tores. Bereits in der Schlussphase hatte der Kapitän des Rotenburger SV II ihn ins eigene Netz befördert, wenn auch unfreiwillig. Es war der Treffer zum 4:1 (2:1)-Endstand in einer Kreisliga-Partie, die die Wümmestädter in den ersten 45 Minuten beherrscht hatten. Mit der Hereinnahme von Benjamin Ciosanski und Tjark Meyer übernahmen die Gastgeber des SV Horstedt im zweiten Durchgang die Kontrolle und setzten sich letztlich nicht unverdient durch.
Saki Kogias sprach im Vorfeld von einem „Duell der Rumpfkader“. Auf seiner Seite fehlten unter anderem die Rot-gesperrten Florian Möhle und Redouan Kaid sowie in Elmehdi Faouzi einer der offensiven Unterschiedsspieler aufgrund muskulärer Probleme. So stand auch der Heimcoach selbst auf dem Spielberichtsbogen. Die Gäste wiederum reisten nur zu zwölft an. Auf der Bank nahm in Finn Lotz ein gelernter Keeper Platz. „Die Jungs, die dabei waren, ziehen durch. Denen kann ich keinen Vorwurf machen“, sagte Gästetrainer Mark Maier. Aber auch er erkannte: „Im Laufe der zweiten Halbzeit fangen die Ersten an zu humpeln. Hinten heraus gehen dann die Kräfte endgültig aus.“
Dafür wirkten die Rotenburger im ersten Durchgang noch spritziger und wacher. Vor allem die linke Seite von Santiago Osorio und Dorin Turcanu sorgte immer wieder für gefährliche Angriffe. In der Box ließen die Teamkollegen jedoch zu viel liegen – allen voran Patrick Klee. Der Stürmer fälschte einen Turcanu-Schuss aus einer Abseitsposition heraus ins Tor ab (21.) und setzte eine Kalwait-Hereingabe frei stehend daneben (39.). Horstedts Keeper Alexander Stripling kommentierte augenzwinkernd: „Früher hast du den blind gemacht.“ Davon angestachelt nutzte Klee Gelegenheit Nummer drei (41.). Eine Flanke von Denny Meyer aus dem Halbfeld köpfte er platziert ins lange Eck zum Ausgleich (41.). „Die erste Hälfte war gut von uns. Wir müssen aber führen“, meinte Maier und dachte dabei an weitere ausgelassene Möglichkeiten von Denny Meyer (31.) und Jannik Niepel (34.).
Auf der anderen Seite tauchte nur selten ein Spieler im Strafraum auf. „Mit der ersten Halbzeit war ich überhaupt nicht zufrieden“, machte Kogias deutlich und nannte die eigene Führung „glücklich“. Nachdem Ebubekir Alaca am stark reagierenden Tom Knaak gescheitert war, machte es Ali Kara besser und erzielte mit einem Flachschuss das 1:0 (35.). Auch am 2:1 wirkte der Kapitän entscheidend mit. Er holte gegen Niepel den Elfmeter heraus, den Adrian Illing verwandelte (45.).
Sein Trainer hatte genug gesehen. Er hielt eine deutliche Kabinenansprache und wechselte doppelt. Tjark Meyer verlieh der Defensive mehr Stabilität. Gemeinsam mit Konstantin Meinhardt, der dadurch von innen auf die rechte Seite gerückt war, hielt er Turcanu und Osorio weitestgehend in Schach. Vorn brachte Ciosanski mehr Struktur ins Offensivspiel. „‚Benjis‘ Einwechslung hat direkt gewirkt“, bemerkte Kara. „Die Jungs haben ein ganz anderes Gesicht gezeigt. Sie waren griffiger, der Kopf war frei und die Körpersprache war gleich da“, ergänzte Kogias und sah sich bestätigt. Während der RSV reihenweise im Abseits stand, testeten Ciosanski und Kara per Hacke Keeper Knaak (48./52.). Die weiteren Tore fielen aber erst nach einer zwischenzeitlichen „Ruhephase“. Erst meldete sich Ciosanski mit einem Treffer zurück (76.), dann bugsierte Jonas Knaak den Ball grätschend ins eigene Netz, weil er Horstedts Alaca versprungen war (88.). Durch die Pleite rutschten die Rotenburger auf einen Abstiegsplatz.
SV Horstedt: Stripling - Richter (46. Meyer), Behrmann, Meinhardt, Windler, Dieng (46. Ciosanski), Yilmaz (73. Jungert), Kara (81. Lohmann), Alaca, Illing, Rößler.
Rotenburger SV II: T. Knaak - Meyer, J. Knaak, Niepel, Osorio, Kirschke, Specht (77. Lotz), Kalwait, Grüpmeier, Turcanu, Klee.