Zurück
Italiens-MotoGP-Pilot Enea Bastianini zählt zu den Gewinnern auf dem Losail International Circuit. 2022 gelang «La Bestia» der Durchbruch in der Königsklasse, auf der privaten Gresini-Ducati holte er seinen ersten MotoGP-Sieg. Seitdem ist viel Zeit vergangen und mit dem Wechsel ins KTM-Lager blieben Bastianini weitere Besuche ganz oben auf dem Podium versagt. Im April 2025, beim letzten Besuch der MotoGP in Losail, reichte es für Platz 11. Aufgrund der insgesamt unbefriedigenden Lage wechselt der 13-fache GP-Sieger für 2027 zu Trackhouse Racing und auf Aprilia.
Nach dem Auftakt zum Katar-GP 2026 scheinen die Chance für glorreichen Ausstand in der Wüste auf der KTM RC16 gut zu stehen. Denn mit Platz 6 gelang einer der stärksten Auftritte seit dem Wechsel auf Orange. Auf WM-Leader Marc Marquez fehlten nach dem Zeittraining weniger als 0,4 Sekunden. Damit war Enea Bastianini auch bester KTM-Vertreter. Erstaunlich: Während sich Brad Binder ins Q2 zitterte, verpasste ausgerechnet Pedro Acosta den sicher geglaubten Einzug – Platz 14 für den WM-Vierten.
Kurios wird es beim Blick auf die Details. Denn Bastianini ist grundsätzlich und das erst nicht seinem Wechsel zu KTM ein Mann der alles auf ein hohes, konstantes Renntempo setzt und dank ein es ausgeglichenen Fahrstils stets der Geheimtipp ist wenn mit aufgearbeitetem Reifen die letzte Phase eines Rennens eingeläutet wird. Geht es darum, eine schnelle Runde zu liefern, leidet das Resultat oft. Die bittere Konsequenz: Erst sechs Mal reichte es 2026 ins zweite Qualifying. Entsprechend waren die Rennen von Aufholjagden geprägt.
Nun hat sich das Bild komplett umgedreht. In Katar leidet die Nummer 23 mit Rennreifen und über etliche Runden, brilliert dafür wenn es in eine Zeitattacke geht. Im FP1, der ersten Bestandsaufnahme ohne Angriffe auf die Bestzeit kam Bastianini mit zwei Sekunden Rückstand unter die Räder. «Es war furchtbar, ich kam überhaupt nicht in Fahrt und hatte gefühlt überhaupt keine Haftung», so schilderte Bastianini die erste Einheit.
Ähnlich ging es am Nachmittag unter Fluchtlicht weiter. In der ersten halben Stunde der Mammutsitzung war vom Tech3-Piloten wieder nichts zu sehen. Doch als dann auf die eigentlich nur bedingt geliebten weichen Reifen umgerüstet wurde, schoss der Italiener in Richtung Spitze. Unglaublich, aber wahr: Mit einer Zeit von 1:51,0 min war Bastianini 1,1 Sekunden schneller als im Qualifying 2025 – und auch vier Zehntel schneller als 2024 im Gewand von Ducati Lenovo.
Bastianini sollte mit dem Tempo glücklich sein, ist es aber nicht. Der Italiener vor dem Qualifying: «Es ist nicht zu erklären, seit drei Events hat sich die Situation mit den Reifen stark verändert. Nun komme ich überhaupt nicht mehr mit den Medium-Reifen klar. Im Zeittraining war es wieder so. Die Temperaturen spielen dabei keine Rolle, ob in der Hitze oder am Abend, ich leide und komme nicht auf ein gutes Renntempo. Mit dem Soft-Reifen, war das Gefühl komplett anders.»
Bastianinis Botschaft: «Ich bin nicht glücklich, es ist so extrem hart. Zwar ist es gut und wichtig, eine gute Ausgangslage zu haben, aber am Ende geht es um die Rennen und stand jetzt fehlt das Tempo. Immerhin haben wir noch etwas Zeit, um an einer Lösung zu arbeiten.»