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Mercedes greift in Brasilien nach WM-Double

Kimi Antonelli ist seit vergangenem Wochenende der jüngste Formel-1-Weltmeister aller Zeiten. Sein Mercedes-Team hat mit dem möglichen Konstrukteurstitel aber noch ein weiteres großes Ziel. Bereits am Sonntag (ab 18.00 Uhr in ServusTV) in Brasilien könnten die Silberpfeile die Teamwertung erstmals seit 2021 wieder gewinnen und nach dem ersten Double aus Fahrer- und Teamwertung seit 2020 greifen.

Wenn Mercedes in Interlagos seine Führung auf den einzigen verbliebenen Verfolger Ferrari um drei Punkte auf insgesamt 129 Zähler vor den letzten drei Rennen ausbauen kann, ist das Double fix. Antonelli kann als frischgebackener Weltmeister die restliche Saison genießen, will sich aber mit vollem Fokus in den Dienst der gemeinsamen Sache stellen.

„Ich versuche einfach, meine Kräfte zu sammeln und mich zu konzentrieren. Ich versuche, in diesen letzten Rennen alles zu geben, denn wir müssen noch die Konstrukteursmeisterschaft gewinnen. Ich möchte die Saison sehr gut abschließen“, sagte Antonelli.

Mercedes-Teamchef Toto Wolff mit seinen Fahrern Kimi Antonelli und George Russell bei den Formel-1-Testfahrten im Februar 2026 in Bahrain
Bei Mercedes haben Fahrer und Teamchef Toto Wolff gut lachen. Kimi Antonelli ist schon Weltmeister, das Team steht kurz davor.

Mercedes gewann zwölf von 19 WM-Läufen in dieser Saison, neun Siege gehen allein auf das Konto des 20-jährigen Italieners. Der Gewinn des Konstrukteurstitels bringt dem Siegerteam einen Anteil am Gesamtpreisgeld und beläuft sich auf rund 160 Millionen Euro. Deshalb ist der Titel nicht nur eine Prestigesache, sondern zudem auch ein wirtschaftlicher Vorteil.

Verstappen als lachender Dritter

Komfortable 126 Punkte liegen zwischen Mercedes und Ferrari bei noch vier ausstehenden Rennen. Weil George Russell aber schwächelt und das letzte Mercedes-Upgrade wenig gefruchtet hat, fuhr Ferrari in jüngster Zeit den höheren Punkteschnitt ein. Und das, obwohl sich die „Scuderia“ zuletzt in Mexiko selbst ein Bein gestellt hat.

Lewis Hamilton, der in Brasilien seinen 400. Grand Prix bestreiten wird, hätte die erste Poleposition seit 2023 in einen Doppelsieg umwandeln können, wenn er und sein Teamkollege Charles Leclerc einander nicht in der ersten Runde in die Quere gekommen wären und damit Max Verstappen die Tür geöffnet hätten. Der Red-Bull-Star verwertete die Vorlage zu seinem dritten Sieg in den jüngsten vier Rennen. Und sorgte dafür, dass sein Rennstall im WM-Duell um Platz drei mit McLaren aktuell um 17 Punkte vorne liegt.

Dicke Luft bei Verfolger Ferrari

Bei Ferrari hängt daher der Haussegen schief. Hamilton fluchte, schimpfte und wollte sich trotz Platz zwei in Mexiko nicht mehr beruhigen, der Zorn auf den viertplatzierten Leclerc war gewaltig. „Der Kerl ist 29 Jahre alt, also glaube ich nicht, dass es am Alter liegt. Ich glaube, es ist eine Frage der Mentalität“, schimpfte der Rekordweltmeister. Nach dem Rennen gaben sich beide uneinsichtig.

Lewis Hamilton (GBR) und Charles Leclerc (MON)
Lewis Hamilton und Charles Leclerc behinderten einander in der Kurve

Weiteren medialen Nachfragen konnte Leclerc in Sao Paulo aus erfreulichen Gründen vorerst ausweichen, denn er und seine Frau Alexandra gaben am Dienstag die Geburt ihrer Tochter Bianca bekannt. Der Monegasse blieb dem traditionellen Medientag am Donnerstag fern und wird im Freien Training am Freitag durch Nachwuchsfahrer Dino Beganovic ersetzt. Die vielen langsamen Kurven am Autodromo Jose Carlos Pace sollten dem Team aus Maranello erneut entgegenkommen.

Reminiszenz an Senna

Brasilien ist die letzte Station eines Triple-Headers mit Grands Prix in drei aufeinanderfolgenden Wochen. „Es wird ein ganz besonderes Wochenende. Ich freue mich sehr darauf, denn die Unterstützung aus Brasilien im Allgemeinen war unglaublich – nicht nur in diesem Jahr, sondern bereits seit dem vergangenen Jahr“, sagte Antonelli. Er wird als Hommage an Brasiliens verstorbenen Helden Ayrton Senna einen speziellen Helm tragen.

Gleichzeitig soll damit an Sennas emotionalen ersten Heimsieg vor 35 Jahren erinnert werden. In einem der dramatischsten Rennen der F1-Geschichte verlor Senna 1991 wegen Getriebeproblemen bei seinem McLaren in Führung liegend nacheinander Gänge. Die letzten sieben Runden musste er bei Regen komplett im sechsten Gang fahren.

Völlig entkräftet, brauchte er nach der Zieldurchfahrt fremde Hilfe, um aus seinem Auto steigen zu können. „Es war nicht der größte Sieg meines Lebens, aber einer, bei dem ich alles gegeben habe, was ich hatte“, sagte Senna später. Im selben Jahr gewann er seinen dritten und letzten Fahrertitel.

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