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In der 1. Klasse Nord-West hat sich Union Kogler-Dach Raab mit Union Josko Kopfing 3:3 getrennt. Kopfing führte zur Pause 1:0, lag nach dem Seitenwechsel plötzlich 1:2 zurück, drehte die Partie noch einmal und musste sich am Ende doch mit einem Punkt begnügen. Trainer Firzet Hadzic machte nach dem Schlusspfiff vor allem die vielen Eigenfehler als Grund dafür aus, dass aus seiner Sicht mehr drin gewesen wäre.
Foto: Harald Dostal/fodo.media
Der Blick des Kopfinger Trainers ging nach dem Spiel zuerst zu den Rahmenbedingungen. Hadzic sprach von „sehr schwierigen Wetterbedingungen“ und einem Platz, der „brutal schlecht, nass, holprig und zu tief“ gewesen sei. Genau deshalb habe er seine Mannschaft schon vor dem Anpfiff darauf eingestellt, dass an diesem Nachmittag kein schönes Spiel zu erwarten sei. „Ich habe vor dem Spiel gesagt, ich erwarte heute kein schönes Spiel, sondern ein effektives, ergebnisorientiertes Spiel“, erklärte er. Trotz Krankheiten, Verletzungen und mehrerer fraglicher Spieler kam Kopfing nach seiner Einschätzung ordentlich hinein. In der 21. Minute brachte Patrick Moser die Gäste nach einer Standardsituation mit 1:0 in Führung, und Hadzic war überzeugt, dass darin bereits mehr angelegt war. „Wir hätten das Spiel in der ersten Halbzeit schon entscheiden können beziehungsweise müssen“, sagte der Trainer mit Blick auf mehrere gute Möglichkeiten, die seine Mannschaft liegen ließ. So blieb es bei einer knappen, aus seiner Sicht aber gerechten 1:0-Führung zur Pause.
Auch in der Halbzeitpause sprach Hadzic noch einmal genau das an, was ihm auf diesem Untergrund wichtig erschien. Seine Mannschaft müsse die Situationen einfach halten, dürfe sich bei der Ballbehandlung nicht auf normale Abläufe verlassen und müsse Fehler im Aufbau unbedingt vermeiden. „Wir können uns auf so einem Platz nicht erlauben, dass Bälle verspringen, weil alles unberechenbar ist“, sagte er. Genau das sei dann aber passiert. In der 62. Minute kam Raab durch Jakub Mares zum 1:1, nachdem Kopfing im Spielaufbau den Ball verlor. Der Ausgleich fiel aus Sicht des Trainers schon unnötig, noch schwerer wog aber, was nur wenig später passierte. Nur zwei Minuten danach traf erneut Mares zum 2:1 für die Gastgeber. Hadzic beschrieb diese Phase sehr offen: „Wir hätten uns befreien können, haben das nicht gemacht und dem Gegner den Ball praktisch vorgelegt.“ Für Kopfing sei dieser Doppelschlag „ein bisschen ein Schock“ gewesen, weil man das Spiel bis dahin eigentlich im Griff gehabt hatte.
Was Hadzic seiner Mannschaft an diesem Nachmittag ausdrücklich zugutehielt, war die Reaktion auf diesen Rückschlag. Kopfing brauchte nicht lange, um wieder ins Spiel zu finden. In der 67. Minute bekam Kopfing einen Freistoß in aussichtsreicher Position, und Peter Bodo traf laut seinem Trainer „herausragend“, sodass der Torwart keine Chance hatte. Mit dem 2:2 war die Partie wieder offen, und Kopfing blieb dran. Rund um die 74. Minute brachte Hadzic zudem den 17-jährigen Noah Paminger, der kurz nach seiner Einwechslung mit einer starken Einzelaktion in den Strafraum kam und dort zu Fall gebracht wurde. Den fälligen Elfmeter verwandelte Bence Lizák zum 3:2 für die Gäste. Gerade in dieser Phase sah der Trainer die Moral seiner Mannschaft. „Meine Mannschaft hat trotz der Rückstände Moral gezeigt, und dafür muss ich ihr ein Kompliment machen“, sagte Hadzic. Ganz durch war die Sache aber noch nicht. In der 84. Minute kam Raab nach einem weiteren Ballverlust im Aufbau noch zum 3:3 durch Michael Zweimüller.
Unter dem Strich fiel die Analyse des Kopfinger Trainers deshalb recht klar aus. Er ärgerte sich nicht nur über das späte Gegentor, sondern vor allem darüber, dass seine Mannschaft den möglichen Sieg nach eigener Führung und trotz starker Reaktion selbst aus der Hand gab. „Wenn du so ein Spiel gewinnen willst, dann darfst du dir einfach nicht so viele individuelle Fehler leisten“, sagte Hadzic. Genau das sei passiert, und damit habe man „den Sieg selber verspielt“. Gleichzeitig wollte er die Umstände nicht ganz ausblenden, denn Krankheiten, Verletzungen und mehrere junge Spieler hätten die Aufgabe zusätzlich erschwert. Gerade darauf verwies er mit einem gewissen Stolz: Kopfing lebe von Zusammenhalt und Kompaktheit, und der Verein gehe bewusst den Weg mit jungen Spielern. Nach dem 3:3 hält Kopfing nun bei 19 Punkten, das interne Ziel von mindestens 20 Punkten wurde aber verpasst. Hadzic brachte es am Ende auf eine nüchterne Formel: „Wir können mit dem Punkt leben, obwohl wir uns drei vorgenommen haben. Offensiv wie defensiv haben wir die Fehler nicht minimiert, deshalb haben wir mehr als einen Punkt nicht verdient.“
84
Michael Zweimüller 3:3
74
Bence Lizák 2:3
67
Peter Bodo 2:2
Jakub Mares 2:1
Jakub Mares 1:1
Patrick Moser 0:1