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Ex-DFB-Profi „würde nie wieder für Deutschland spielen“
Ex-DFB-Profi „würde nie wieder für Deutschland spielen“
imago/Moritz Müller

Für den ehemaligen Bundesliga-Spieler Kerem Demirbay stehen nur zwei Auftritte für die deutsche Nationalelf in der Statistik. Doch diese Phase seiner Karriere sieht er heute mit großem Bedauern.

In einem Gespräch mit dem türkischen Reporter Yagız Sabuncuoglu rechnet der Mittelfeldakteur, der seit Jahresbeginn bei Kasimpasa in der Türkei unter Vertrag steht, nun gnadenlos ab und äußert heftige Anschuldigungen.

Sein Herz schlug eigentlich nie für Deutschland, wie er sagt. „Mein Blut ist türkisch. Mein Vater ist türkisch, meine Mutter ist türkisch – ich bin ein Türke“, macht Demirbay deutlich. „Ich würde nie wieder für Deutschland spielen, selbst wenn sie mich jetzt anrufen würden.“

„Entschied mich für Deutschland – aus Gründen, über die ich nicht sprechen kann“

Über einen Zeitraum von anderthalb Jahren habe er sich bemüht, für die türkische Auswahl nominiert zu werden. „Aber aufgrund bestimmter Dinge, über die ich nicht sprechen kann, entschied ich mich für Deutschland.“

Der Moment kam im Juni 2017: Der damalige Nationalcoach Joachim Löw berief den Profi von Hoffenheim ins Team. Auf ein kurzes Debüt von 13 Minuten gegen Dänemark folgte der überraschende Titelgewinn mit der deutschen Mannschaft beim Confederations Cup.

Emre Can, Julian Draxler, Kerem Demirbay und Sebastian Rudy (v.l.) beim Conferedrations Cup 2017 im Spiel gegen Kamerun
Emre Can, Julian Draxler, Kerem Demirbay und Sebastian Rudy (v.l.) beim Conferedrations Cup 2017 im Spiel gegen Kamerun

Doch sein einziges Spiel während des Wettbewerbs war zugleich sein Abschied. In der Partie der Gruppenphase gegen Kamerun (3:1) gehörte er zur Anfangsformation und schoss das Führungstor zum 1:0.

Wegen Türkei-Tattoo nie wieder für DFB-Team nominiert?

Ein Tor, das Konsequenzen hatte, wie er heute schildert: „Nachdem ich ein Tor für Deutschland geschossen hatte, habe ich mein Trikot ausgezogen, und sie haben das Türkei-Tattoo auf meinem Rücken gesehen. Danach haben sie mich nie wieder nominiert.“ Auf seiner rechten Schulter ist der Umriss der Türkei als Tattoo verewigt.

Tatsächlich erhielt Demirbay nach dem Triumph beim Confed-Cup keine weitere Einladung zur A-Nationalelf. Das Gedränge auf seiner Position war im Mittelfeldzentrum mit Stars wie Mesut Özil, Toni Kroos, Ilkay Gündogan oder Sami Khedira zu dieser Zeit jedoch auch gewaltig.

Für Demirbay liegt die Sache dennoch auf der Hand: „Ich bin türkisch. Ich werde für immer sehr bereuen, nie das glorreiche Trikot des türkischen Nationalteams getragen zu haben.“

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